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Wie kommt man ins Darknet?

Die Ansicht der breiten Öffentlichkeit ist, dass sich im Darknet alles um illegale Geschäfte dreht. Einige gehen sogar davon aus, dass es verboten ist, diesen verschlüsselten Bereich des Internets überhaupt zu betreten. Beide Annahmen sind falsch. Wir erklären euch, worum es sich beim Darknet eigentlich handelt und wie ihr dorthin gelangt.

Laura Klusaite

Laura Klusaite

Aug 29, 2021 · 5 min Lesezeit

Wie kommt man ins Darknet?

Deep Web = Darknet?

Die Begriffe werden zwar oft synonym verwendet, aber eigentlich muss man eine Unterscheidung vornehmen. Das Deep Web ist einfach das, was uns nicht in unseren herkömmlichen Suchmaschinen angezeigt wird. Dies können zum Beispiel Online-Speicher, Firmendatenbanken oder Streaming-Server sein. Mit 90 Prozent ist dies der größte Teil des Internets. Es ist grundsätzlich für alle offen zugänglich, aber es gibt auch geschützte Inhalte.

Das Darknet, auch Dark Web genannt, ist ebenfalls ein Teil des Deep Webs, der im Vergleich dazu recht klein ist. Man kommt nicht auf normalem Wege ins Darknet, alle Kommunikationen werden verschlüsselt und die Besucher dort wollen nach Möglichkeit anonym bleiben.

Was ist das Darknet?

Internetnutzer, die ohne spezielle Software oder bestimmte Browser-Konfigurationen surfen, gelangen nicht ins Darknet. Häufig wird es deshalb auch als „Invisible Web“ (unsichtbares Netz) bezeichnet. Verwendet ihr einen Tor-Browser, gelangt ihr darüber auch ins „schwarze Internet“. Nutzer, die sich im Darknet tummeln, bleiben anonym und die Daten werden verschlüsselt und laufen über verschiedene Rechner. Wie ihr wahrscheinlich schon erwartet habt, kommt ihr mit Google oder anderen herkömmlichen Suchmaschinen im Darknet nicht weiter.. Dort müsst ihr besondere Suchmaschinen nutzen.

Was ist der Tor-Browser?

Der Name Tor taucht bei den meisten Erwähnungen des Darknet auf, aber wie genau funktioniert der Browser? Tor wurde ursprünglich von der US-Regierung als Werkzeug für deren militärische Organisationen entwickelt, damit diese anonym Nachrichten und Informationen austauschen konnten.

Der Name Tor Browser stammt von der Methode, die zur Verschlüsselung von Nachrichten verwendet wird. Tor wickelt Daten in verschiedene Schichten von Verschlüsselungen ein (wie eine Zwiebel) und sendet sie durch ein Netzwerk von „Onion Routern“. Jeder Router, den die Daten passieren, entfernt eine Schicht der Verschlüsselung und sendet die teilweise entschlüsselte Nachricht an das nächste Ziel weiter. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis die Nachricht am Zielort ankommt. Mit dieser Technik des Tor Browser bleiben Operationen im Darknet zwar anonym, aber die Geschwindigkeit wird erheblich reduziert.

Um sicher im Tor Browser zu surfen, hat NordVPN das Onion Over VPN entwickelt. Das ist eine besondere Funktion, die dir alle Vorteile des Onion-Routers (Tor) bietet und kombiniert sie mit der zusätzlichen Sicherheit eines VPN-Tunnels für dich.

Wer nutzt eigentlich das Darknet?

Das Darknet ist entgegen der landläufigen Meinung nicht ausschließlich ein Tummelplatz von Kriminellen. Es gibt auch Menschen, die aus totalitären Systemen kommen, in denen die Mediennutzung stark eingeschränkt ist, und die das Dark Web zur Informationsbeschaffung nutzen. Auch Oppositionelle aus solchen Ländern nutzen das Darknet für ihre Kommunikation, um sich so den Behörden zu entziehen. Schließlich ist es auch für Journalisten eine gute Möglichkeit, sich Fakten zu beschaffen, die im Herkunftsland Restriktionen unterliegen und auch, um ihre Informanten zu schützen.

Aber natürlich gibt es auch genügend kriminelle Individuen, die in diesem Teil des Internets unterwegs sind. So findet man dort zum Beispiel Menschen, die auf dem Schwarzmarkt Waffen und Drogen verkaufen und auch einige, die verbotene Inhalte dort verbreiten. Durch die Anonymität des Dark Webs hoffen sie sich strafrechtlichen Konsequenzen entziehen zu können.

Darknet für Anfänger – So kommt man hinein

Wie kommt man also ins Darknet? Das heißt nicht automatisch, dass man kriminellen Machenschaften nachgehen will, aber viele Menschen sind einfach neugierig und würden gerne einmal diesen sagenumwobenen Fleck im Internet mit eigenen Augen sehen.

Wenn ihr Zugriff auf das Dark Web haben wollt, müsst ihr euch zunächst den Tor-Browser installieren. Dies ist ein Browser der auf dem Code von Mozilla Firefox basiert, und das Tor-Netzwerk nutzt. Tor steht für „The Onion Router“ und der Name ist Programm, denn es verwendet verschiedene Verschlüsselungsebenen, die an die verschiedenen Schichten einer Zwiebel erinnern. Mit Tor könnt ihr nicht nur ins Darknet gelangen, sondern auch auf ganz normalen Seiten anonym surfen. Ohne Tor könnt ihr die Darknet-Seiten nicht erreichen.

Doch bevor ihr euch jetzt ins Dark Web stürzt, solltet ihr dafür sorgen, dass euer Computer so sicher wie möglich ist. Auch die Verwendung eines VPN (Virtuelles Privates Netzwerk) wird empfohlen, denn wenn ihr bei Tor einsteigt, dann wird zunächst eure IP-Adresse angezeigt. Am besten sollte der VPN-Anbieter daher keine Nutzerdaten speichern. Viele denken zwar, dass VPN und Tor quasi dasselbe sind, aber es handelt sich um zwei verschiedene Technologien.

Wenn ihr also Tor heruntergeladen und installiert habt, müsst ihr eigentlich nur noch auf Verbinden klicken und schon kann es losgehen. Ein hochwertiges VPN für das Darkweb verschlüsselt deinen Datenverkehr und verbirgt vor deinem Internetanbieter die Tatsache, dass du eine Verbindung zu Tor herstellst.

Kurze Anleitung für das Darknet

Eine ausführliche Erklärung für die Nutzung des Darknets können wir euch an dieser Stelle zwar nicht geben, aber wir können euch eine Anleitung zu den ersten Schritten an die Hand geben.

Um Seiten aus dem Dark Web aufzurufen, müsst ihr bestimmte Domains eingeben. Diese enden auf .onion. Mit dem „Hidden Wiki“ (kpvz7ki2v5agwt35.onion) findet ihr als Einsteiger erste Informationen dazu. Aber es gibt auch noch Torlinks und da Onion-Wiki mit entsprechenden Verlinkungen zu „dunklen Seiten“.

Es gibt auch spezielle Suchmaschinen für das Darknet. Am häufigsten wird dazu wohl Ahmia.fi verwendet. Ihr müsst aber damit rechnen, dass die Darknet-Suchmaschinen nicht so zuverlässig funktionieren wie zum Beispiel Google und ihr deswegen manchmal unsinnige Treffer erhaltet.

Besonders praktisch am Tor-Browser ist auch, dass ihr damit ganz einfach zwischen dem dunklen und dem normalen Netz hin und her switchen könnt.

Übrigens lässt sich die Frage „Wie kommt man ins Deep Web?“ noch leichter beantworten. Denn dieses benutzen die meisten von uns sogar regelmäßig, ohne es überhaupt zu merken. Ein spezieller Browser ist hier nicht nötig, das Deep Web beinhaltet lediglich die Inhalte, die nicht von Suchmaschinen wie Google indiziert sind und daher über sie nicht erreichbar sind.

Ist die Nutzung des Darknets strafbar?

Viele glauben, dass sie sich allein durch das Aufhalten im Darknet strafbar machen. Das stimmt allerdings nicht, denn es ist nicht illegal, sich dort aufzuhalten. Trotzdem ist natürlich besondere Vorsicht geboten, denn wenn ihr euch verbotene Inhalte anschaut oder illegale Waren auf dem Schwarzmarkt kauft, macht ihr euch definitiv strafbar und müsst mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Zudem müsst ihr auch bedenken, dass ihr immer, wenn ihr euch im Dark Web bewegt auch ein Sicherheitsrisiko eingeht. Schließlich treiben sich dort zwischen den anderen Kriminellen auch Hacker herum, die es auf eure Daten abgesehen haben.

Welche Dark Web Seiten sind besonders beliebt?

Es stimmt zwar, dass sich im Darknet auch zwielichtige Gestalten tummeln, die ihre kriminellen Machenschaften abwickeln, doch sind in Wirklichkeit andere Seiten viel beliebter. So gibt es zum Beispiel eine Onion-Variante von Facebook, mit rund einer Million Nutzern. Dies ist besonders praktisch für Menschen aus dem Iran, China oder bestimmten Gebieten Afrikas, denn für sie ist es die einzige Möglichkeit, Facebook überhaupt zu benutzen. Auch die Suchmaschine für das Deep Web namens Grams ist äußerst beliebt.

Wie man also sieht, ist das Darknet ursprünglich nicht erfunden worden, um Kriminellen eine Plattform zu geben, sondern um beispielsweise politisch Unterdrückten oder Journalisten Zugang zu ungefilterten Informationen zu ermöglichen. Leider tummeln sich auch heute weiterhin Kriminelle im Darknet, sodass man sehr vorsichtig sein muss, wenn man bei der eigenen Nutzung nicht an die falschen Leute geraten möchte.

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