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Wie man sich vor Handy-Spionage schützt

Nov 21, 2018 · 5 min read

Wie man sich vor Handy-Spionage schützt

Es ist noch nicht wie in Orwells 1984, aber mit übergreifenden staatlichen Überwachungsprogrammen, wuchernder Spyware und einer wachsenden Anzahl von Hackern mit bösen Absichten ist es praktisch unmöglich, sicher zu bleiben. Um ehrlich zu sein, viele Leute versuchen, an das heranzukommen, was auf deinem Handy ist – und es funktioniert. Da es heutzutage schwer möglich ist, ohne Handy zu leben, ist es wichtiger denn je, sie zu sichern. Heute hat sich das kleine Gerät, das eigentlich nur zum Texten und Telefonieren erfunden wurde, in einen Mikrocomputer verwandelt, der für viele der virtuellen Bedrohungen anfällig ist, die auch unsere Laptops und Computer befallen können. Obwohl das entmutigend klingt, gibt es viele Möglichkeiten, Handy-Spionage zu stoppen.

Wie du erkennen kannst, ob dein Handy ausspioniert wird

Die meisten Spyware-Tools sind nicht so schwer zu identifizieren, da sie Programmfehler verursachen. Achte einfach genau darauf, wie dein mobiles Gerät funktioniert, sei es ein iOS- oder Android-Handy. Hier sind einige Hinweise, die darauf hinweisen könnten, dass dein Handy kompromittiert ist:

  • Übermäßige Batterieentladung. Eine übermäßige Batterieentladung wird in der Regel durch ressourcenintensive Aktivitäten wie Spielen, Streaming oder Surfen im Internet verursacht. Wenn du jedoch jemals bemerkst, dass dein Akku ohne nennenswerten Gebrauch des Telefons leer wird, kann dies auf das Vorhandensein von Spyware hinweisen. Normalerweise verbraucht eine solche Software einen beträchtlichen Teil der Ressourcen deines Geräts, wenn sie aktiv ist.
  • Übermäßige Datennutzung. Da Spyware-Anwendungen so konzipiert sind, dass sie Daten von deinem Handy an den C&C-Server (Command & Control) des Hackers senden, kann eine übermäßige Datennutzung darauf hinweisen, dass du infiziert bist. Achte auf unverhältnismäßigen Datenverbrauch als Indikator. Es ist eine gute Idee, die Netzwerknutzung regelmäßig zu verfolgen; so kannst du ungewöhnliche Ausschläge erkennen, die auf eine Aktivität von außen hinweisen könnten.
  • Aktivitäten auf deinem Gerät im Standby-Modus. Dies ist ein weiteres Zeichen, das die Menschen gerne übersehen. Du solltest beachten, wenn dein Telefon deutlich langsamer läuft, im Standby-Modus aufleuchtet oder mehr Zeit zum Ein- und Ausschalten benötigt. Egal, ob du ein Android-Gerät oder ein iOS-Gerät besitzt: Deine App-Aktivität kannst du über das Einstellungsmenü überprüfen.
  • Empfangen von ungewöhnlichen oder verdächtigen Texten. Einige Spyware-Tools verwenden Textnachrichten, um Befehle zu empfangen und mit ihren Besitzern zu kommunizieren. Eine einfache SMS kann ohne dein Wissen die GPS-Ortung einleiten, dein Mikrofon/Kamera aktivieren oder andere invasive Prozesse starten. Solche SMS wirken oft wie Kauderwelsch von einem unbekannten Absender. Sie zu ignorieren, könnte jedoch ein schlimmes Ende haben.
  • Verdächtige Geräusche. Spyware, die hauptsächlich zum Lauschen von Telefongesprächen verwendet wird, kann sich oft durch seltsame Geräusche verraten. Dazu gehören weißes Rauschen, Pieptöne, Knistern und Echos. Obwohl solche Störungen auf einen schlechten Empfang zurückzuführen sind, ist es am besten, keine Risiken einzugehen und dein Gerät auf verdächtige Aktivitäten und aufdringliche Anwendungen zu überprüfen.

So erkennst und entfernst du Spyware auf deinem Android-Gerät

So erkennst und entfernst du Spyware auf deinem Android-Gerät

Falls du glaubst, dass du Malware auf deinem Android Handy hast, wird es vermutlich eine App sein, also sollte hier der Fokus deiner Mühen liegen.

  1. Wenn dein Handy Symptome von Malware zeigt, schalte es aus. Benutze ein anderes Gerät um nach einer Lösung zu suchen, damit die Malware nicht noch mehr deiner Daten klaut.
  2. Forsche nach: Was waren die Symptome? Gibt es online Beschwerden von Leuten mit dem gleichen Problem? Vielleicht haben andere sogar schon die schädliche App gefunden und du kommst deinem Ziel somit gleich viel näher.
  3. Starte Android im abgesicherten Modus. So sind nur die absolut notwendigen Apps beim Start aktiv. Sind die Symptome verschwunden? Falls ja, hast du fast sicher Malware auf deinem Handy. Falls du schon weißt, um welche App es sich handelt, lösche sie einfach sofort. Falls nicht, kannst du eine App nach der anderen starten bis die Symptome wieder auftauchen, um rauszufinden, welche App verantwortlich ist.
  4. Falls das Löschen der verdächtigen Apps nicht hilft, musst du vielleicht dein Handy auf Werksteinstellungen zurücksetzen. Das wird auf jeden Fall jede Malware löschen, aber eben auch deine gespeicherten Passwörter, deine Apps, und alle anderen Daten, die du auf deinem Handy hast. Übertrage vorher alle Daten, die du ganz sicher noch brauchst, auf ein anderes Gerät.
  5. Der letzte Schritt ist die Schadensbegrenzung. Dies ist leichter, wenn du weißt welche App Malware war und welche Informationen sie gestohlen hat. Ändere deine Passwörter, lösche deine Cookies, ruf deine Bank an – mach einfach alles, was notwendig ist, um keinen Schaden durch die gestohlenen Daten zu erleiden. Falls du nicht weißt, welche App verantwortlich war, ist das schwieriger, aber es ist extrem wichtig, dass du dich gegen Betrug oder Identitätsdiebstahl schützt.

Ein paar weitere Möglichkeiten, dein Gerät zu schützen:

So erkennst und entfernst du Spyware von deinem iPhone

So erkennst und entfernst du Spyware von deinem iPhone

Falls du glaubst, dass du Malware auf deinem Android Handy hast, wird es vermutlich eine App sein. Apple hat zwar einen recht „sauberen“ App Store, aber niemand ist perfekt und ab und zu gibt es auch im Apple App Store Malware zu finden (Achtung: Die folgende Anleitung gilt nur für iPhones ohne Jailbreak).

  1. Das erste was du bei Verdacht auf Malware machen solltest: Das Handy ausschalten. Die Malware soll nicht noch mehr Daten klauen, als schon geschehen. Falls du die Anzeichen von Malwaren schon klar identifiziert hast, kannst du die folgenden Schritte ohne dein Handy durchführen.
  2. Suche online. Hatten andere User vielleicht schon die gleichen Probleme? Vielleicht hat ja schon jemand eine Lösung gefunden. Jedenfalls solltest du nach Hinweisen auf die App suchen, die die Probleme auf deinem Handy verursacht.
  3. Hoffentlich hast du schon etwas herausgefunden und weißt vielleicht, welche App verantwortlich ist. Jetzt ist es auf jeden Fall an der Zeit, das Handy wieder einzuschalten. Du kannst zur Sicherheit im abgesicherten Modus starten, oder das Handy einfach normal anschalten, und eines deiner Cloud-Backups laden.
  4. Falls das Backup nicht hilft, solltest du das iPhone auf die Werkseinstellungen zurücksetzen. Hier sind Apples Anweisungen für die Rücksetzung. Vergiss dabei nicht, dass eine Rücksetzung auf Werkseinstellungen löscht alles auf deinem Handy. Speicher also vorher alle Daten, die du noch brauchst, in der Cloud, oder an einem anderen, sicheren Ort.
  5. Jetzt, nachdem dein Handy wieder frei von Malware ist, ist es wichtig, den entstandenen Schaden einzugrenzen. Du weißt nicht, welche Daten von der Malware gestohlen wurden, daher solltest du deine Passwörter ändern, deine Bank anrufen und um besondere Vorsicht bitten, und sicherstellen, dass deine persönlichen Daten nicht gegen dich benutzt werden können.

Obwohl iOS als ziemlich sicher gilt, sollte man folgende Schritte zur Prävention unternehmen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Ein paar weitere Möglichkeiten, dein Gerät zu schützen:

  • Ein sicheres Passwort benutzen
  • Siri im Lock Screen ausschalten
  • Benachrichtigungen im Lock Screen ausschalten
  • Die automatische Synchronisation mit iCloud ausschalten
  • iOS updaten
  • Eine Sicherheits-App installieren

Fazit

Glücklicherweise ist mobile Spyware nicht so schwer zu erkennen und zu entfernen – Stand jetzt. Schließlich werden wir mit einer ganz neuen Welle von fortschrittlicher mobiler Spyware konfrontiert sein; die Herausforderung besteht darin, unsere Sicherheitsvorkehrungen entsprechend zu konfigurieren.


Daniel Markuson
Daniel Markuson successVerified author

Daniel is a digital privacy enthusiast and an Internet security expert. As the blog editor at NordVPN, Daniel is generous with spreading news, stories, and tips through the power of a well-written word.


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