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Android oder iOS – welches ist besser und sicherer?

Hundertprozentige Sicherheit gibt es nirgendwo. Dies trifft auch auf unsere führenden Handy-Betriebssysteme, Android und iOS zu. Doch welches davon ist sicherer? Diese Frage soll in diesem Artikel beleuchtet werden.

Ilma Vienazindyte

Ilma Vienazindyte

Feb 12, 2021 · 5 Min. Lesezeit

Android oder iOS – welches ist besser und sicherer?

Welches Betriebssystem gilt als sicherer?

Android und iOS sind die meist genutzten Betriebssysteme für mobile Endgeräte. Dabei ist es inzwischen kein Geheimnis mehr, dass Android als wesentlich anfälliger für Hacker-Angriffe gilt und angeblich auch mehr Sicherheitslücken aufweist. iPhone und iPad mit iOS als Betriebssystem gelten im Gegensatz dazu als wesentlich sicherer. Jeder kennt wahrscheinlich die Scherzfrage „Wie macht man ein Android-Smartphone sicherer?“ – „Indem man ein iPhone benutzt“. Doch warum ist das so?

Warum gilt das iPhone als sicherer?

Das Risiko Opfer einer Malware-Attacke zu werden, steigt in der heutigen Zeit ohnehin schon rasant an. Mit der Nutzung eines Android-Gerätes dann allerdings nochmal mehr. Dies zeigen zum Beispiel Untersuchungen des US-amerikanischen Softwarehauses Symantec. Ein Hauptgrund dafür ist, laut Jack Gold von J. Gold Associates, dass Android Open Source ist, das heißt jeder, der sich dafür interessiert, kann sich ansehen, wie das System aufgebaut ist. Bei iOS ist dies nicht möglich.

Dadurch, dass Android auf Open-Source-Software setzt, ist es zudem einfacher für App-Entwickler, in den Play Store aufgenommen zu werden. So haben es schon viele Fake-Apps geschafft, ebenfalls dort zu landen und damit auf den Geräten der User gefährliche Schad-Software zu installieren. iOS ist hier sehr viel strenger, verlangt für Apps, die für den App Store zugelassen werden, gründliche Sicherheits-Scans und hat hohe Auflagen.

Auch aufgrund der unregelmäßigen Software-Updates sind Android-Geräte stärker gefährdet. Die Nutzer sind hier tatsächlich häufig auf Gerätehersteller und Mobilfunkanbieter angewiesen. Werden Android-Geräte nicht regelmäßig aktualisiert, kann dies ein großes Sicherheitsrisiko darstellen.

Ein wichtiges Tool ist ein VPN für Android, um das Gerät besser vor solchen Risiken zu schützen. Mit dem VPN werden alle eingehenden und ausgehenden Daten verschlüsselt, wodurch Hacker und andere Akteure mit bösen Absichten ein schweres Spiel haben.

Auch beim Umgang mit persönlichen Daten liegt Apple vorne. iOS punktet mit Transparenz und lokaler Datenspeicherung, während Android User-Daten an Google weiterschickt, um gezielte Werbung zu schalten.

Android ist mit 86 Prozent Anteil auf dem Mobile-OS-Markt immer noch dominierend. Apple liegt bei 13 Prozent und sonstige mobile Betriebssysteme bei 0,2 Prozent. Schon allein hier liegt, laut Experten, ein Sicherheitsrisiko für Android, denn dadurch, dass es den Löwenanteil ausmacht, spezialisieren sich Hacker eher darauf, Schad-Software für Android herzustellen, als für die eher weniger verwendeten System. Hier ist für sie einfach mehr zu holen.

Android wirklich so unsicher?

Karsten Nohl, IT-Sicherheitsexperte, ist sich allerdings sicher, dass Android in den letzten Jahren sehr viel sicherer geworden. Dies liegt auch daran, dass Google und mehrere Smartphone-Hersteller mittlerweile monatliche Sicherheitspatches eingeführt haben. Zudem sei das Betriebssystem im Laufe der Zeit so komplex geworden, dass es nicht mehr ausreicht, einzelne Sicherheitslücken auszunutzen. Um Android-Smartphones vollständig fernsteuern zu können, brauche man schon ganze Exploitketten. Diese zu entwickeln und einzusetzen ist allerdings sehr aufwendig und teuer und kommt deshalb in der Praxis eigentlich nicht vor, sondern nur in der Forschung und bei Geheimdiensten. Wenn Nutzer also mit Bedacht entscheiden, welche Anwendungen sie auf ihren Geräten installieren, stellt auch Android kein großes Sicherheitsrisiko dar.

Sicherheitslücken auch bei Apple

So sicher iOS auch ist, ist es doch auch nicht völlig vor Hacker-Angriffen gefeit. Zum Beispiel im Jahr 2016 gab es zielgerichtete Angriffe, die die iPhones mit der Pegasus-Malware infizieren sollten. Diese Spyware greift auf Nachrichten, Anrufe und E-Mails zu und kann auch persönliche Daten aus Apps abgreifen. Dieser Angriff wurde, laut Symantec, unter anderem durch eine Schwachstelle im Safari Webkit möglich. Hier kann ein VPN die nötige Sicherheit bringen. Ein VPN für iOS ist daher auch unbedingt zu empfehlen, um Angreifern das Leben schwer zu machen, und alle Daten nur durch den gesicherten Datentunnel zu übertragen.

Was bei einem Vergleich von Android und iOS wichtig ist, sieht man auf einen Blick in der

Android

  • pros
    Einfacher Zugang für App-Entwickler
  • pros
    In letzter Zeit starke Verbesserung der Sicherheit durch Google und Smartphone-Hersteller
  • pros
    Normalerweise günstiger als iPhones
  • pros
    Bessere Akkulaufzeit
  • cons
    Unregelmäßige Software-Updates
  • cons
    Daten werden an Google zur Auswertung geschickt
  • cons
    Zu Anfang weniger nutzerfreundlich

iOS

  • pros
    Gründliche Checks bevor Apps zugelassen werden
  • pros
    Lokale Speicherung der Daten
  • pros
    Weniger Nutzer als Android – dadurch weniger attraktiv für Hacker
  • pros
    Intuitiver in der Nutzung
  • pros
    Kameraqualität bei iPhones in der Regel besser als bei vergleichbaren Smartphones mit Android
  • cons
    Größere Hürden für App-Veröffentlichungen
  • cons
    Hoher Preis

Risiko für Mobilgeräte steigt

Laut dem „Internet Security Threat Report“, der von Symantec durchgeführt wurde, haben sich die Sicherheitsrisiken im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Sicherheits-Experten stellten 18,4 Millionen Infektionen mit Malware fest. Die iOS Schwachstellen blieben zwischen 2014 und 2016 auf demselben Niveau. Im selben Zeitraum ist die Zahl neuer Android-Malware-Familien zwar stark gesunken (von 46 auf 4), aber dennoch ist Android das Hauptziel für Hacker- und Malware-Angriffe. Glaubt man Symantec, kann man aus diesen Beobachtungen den Schluss ziehen, dass sich Hacker wohl mittlerweile darauf konzentrieren, neue Malware-Varianten aus bereits bekannten Familien zu erstellen.

Was du selbst für mehr Sicherheit tun kannst

Es ist nicht nur Aufgabe der Betriebssysteme, für mehr Sicherheit zu sorgen, sondern auch die Nutzer selbst sollten ein Interesse daran haben, dass ihre Daten so sicher wie möglich bleiben. Ob Apple oder Android: jeder sollte verantwortungsbewusst damit umgehen, welche Daten er über sich preisgibt. Auch beim Herunterladen von Apps sollte man seinen Verstand einsetzen und alle, die einem irgendwie verdächtig oder unseriös vorkommen, lieber links liegen lassen. Am besten sollte man komplett auf Apps von Drittanbietern verzichten. Hier könnte es sich lohnen, eventuell die Drittanbietersperre zu aktivieren.

Zudem sollte man sich bei den Anwendungen, die man nutzt, auch gründlich mit den Privatsphäre-Einstellungen vertraut machen. Denn schließlich schützt auch die sicherste Software nicht vor Datenskandalen wie sie zum Beispiel bei Facebook schon vorgekommen sind.

Fazit

Anhand der vorausgegangenen Betrachtungen kommt man zu dem Schluss, dass Apple mit iOS die sicherere Software hat. Die integrierten Sicherheits- und Privatsphäremaßnahmen sind besser darauf ausgerichtet, die Nutzer vor Sicherheitsrisiken zu schützen und persönliche Informationen zu wahren. Allerdings kann eine Software immer nur so sicher sein, wie der User damit umgeht. So ist es wichtig, für seine Sicherheit selbst Sorge zu tragen und alles zu tun, was möglich ist, um sich und seine Geräte zu schützen.

Gleichzeitig ist die Sicherheit natürlich nicht der einzige Aspekt, den es bei der Entscheidung für ein neues Smartphone zu beachten gilt. Wenn zum Beispiel die Akkulaufzeit, der Preis oder die Möglichkeit der Personalisierung ganz oben auf der Liste stehen, sollte die Entscheidung zugunsten von Android fallen. Wem allerdings die Nutzerfreundlichkeit, die Kameraqualität und die Sicherheit am wichtigsten sind, der wird mit einem iPhone zufriedener sein.

Wichtig bleibt bei beiden Alternativen, sich ausreichend selbst zu schützen, da Hacker und Datendiebe vor keinem der beiden Systeme scheu machen. Dazu gehört sowohl das Verhalten, als auch die entsprechende Sicherheitssoftware.