Was ist ein Trojaner?
Ein Trojaner ist eine Art von Schadsoftware, die sich als legitimes Programm oder legitime Datei tarnt, um in einen Computer einzudringen und dort bösartige Aktionen auszuführen. Wichtig zu verstehen: Ein Trojaner ist das Transportmittel für den eigentlichen Virus – er schleust den schädlichen Code ein, den ein Angreifer ausführen will. Technisch gesehen ist ein Trojaner eine Art von Malware.
Der Name geht auf ein historisches Ereignis zurück: Während des Trojanischen Krieges bauten die Griechen ein riesiges Holzpferd und stellten es vor die Tore Trojas. Die Trojaner hielten es für ein Geschenk und zogen es in die Stadt – im Inneren versteckten sich jedoch die Griechen, die so unbemerkt hinter die Stadttore gelangen konnten. Genauso getarnt soll auch ein Trojaner in deine Systeme gelangen. Hacker nutzen dafür Social Engineering, Spoofing, Phishing, und weitere Methoden, die mit jedem Jahr raffinierter werden.
Trojaner gehören übrigens zu den ältesten Schadprogrammen überhaupt. Erstmals erwähnt wurden sie 1974 in einem Bericht der US-Luftwaffe, der verschiedene Wege untersuchte, ein Computersystem zu manipulieren. Ein Jahr später wurde der erste Trojaner entdeckt – ein Programm namens Animal-Pervade.
Ist ein Trojaner ein Virus? Trojaner, Virus und Wurm im Vergleich
Ein Trojaner wird oft als Virus bezeichnet, doch das trifft nicht ganz zu. Ein Virus kann sich selbst vervielfältigen und seine Kopien weiterverbreiten. Ein Trojaner ist allerdings darauf angewiesen, dass du ihn selbst ausführst und ihm damit die nötigen Systemrechte gibst. Daher gibt es streng genommen gar keinen „Trojaner-Virus“ – technisch gesehen ist er eine eigene Kategorie von Malware. Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede zwischen Trojaner, Computervirus und Computerwurm:
| | Trojaner | Virus | Wurm |
|---|---|---|---|
Selbstvervielfältigung | Nein | Ja, hängt sich an Dateien an | Ja, kopiert sich eigenständig |
Nutzeraktion nötig | Ja, muss ausgeführt werden | Ja, infizierte Datei muss geöffnet werden | Nein, verbreitet sich selbst |
Verbreitungsweg | Tarnung als legitime Datei | Infizierte Dateien und Programme | Netzwerke und Sicherheitslücken |
Typisches Ziel | Daten stehlen, Hintertür öffnen, Malware nachladen | Dateien beschädigen oder verändern | Netzwerke überlasten, sich ausbreiten |
Wie gelangt ein Trojaner auf dein Gerät?
Ein Trojaner braucht immer einen Moment der Unachtsamkeit, um auf dein Gerät zu gelangen. Das sind die häufigsten Infektionswege:
- Phishing-E-Mails und Anhänge: Ein Fake-Absender bringt dich dazu, einen bösartigen Anhang zu öffnen oder auf einen Link zu klicken.
- Gefälschte Downloads und Raubkopien: Schadsoftware steckt oft in Downloads aus Fake-Shops oder unseriösen Quellen. Nutze nur vertrauenswürdige Anbieter und offizielle App-Stores.
- Malvertising und Fake-Warnungen: Manipulierte Werbung oder Pop-ups à la „Dein PC ist infiziert“ verleiten zu schnellem Handeln – dabei ist das gefälschte Antivirenprogramm der Trojaner selbst.
- Gefälschte Software-Updates: Vermeintliche Browser- oder Flash-Updates auf betrügerischen Webseiten installieren in Wahrheit Schadsoftware.
- Infizierte USB-Geräte: Ein präparierter USB-Stick überträgt Malware, sobald du ihn anschließt.
- Bösartige Links in Messenger und SMS: Auch über WhatsApp, Telegram oder SMS werden Trojaner verteilt.
- Gebündelte Software: Beim Installieren eines Programms schleicht sich unerwünschte Zusatzsoftware (PUPs) mit ein.
Ein verbreiteter Trick ist die doppelte Dateiendung: Eine Datei mit dem Namen „suesse-katze.mp4.exe“ sieht auf den ersten Blick aus wie ein harmloses Katzenvideo, ist in Wahrheit aber ein ausführbares Trojaner-Programm. Aktiviere in deinem Datei-Explorer die Anzeige vollständiger Dateiendungen, damit dir solche Tarnungen sofort auffallen.
Was macht ein Trojaner, sobald er auf deinem Gerät ist?
Sobald ein Trojaner aktiv ist, ist dem Angreifer Tür und Tor für weitere Cyberattacken geöffnet. Die schädlichen Aktionen lassen sich in drei Kategorien einteilen:
- Datendiebstahl: Trojaner stehlen Passwörter, Kreditkartendaten und Anmeldeinformationen – etwa mithilfe eines Keyloggers, der deine Tastatureingaben aufzeichnet. Banking-Trojaner können so Zugriff auf dein Bankkonto erlangen und ohne dein Wissen Transaktionen durchführen.
- Fernsteuerung über eine Hintertür: Ein Backdoor-Trojaner verschafft dem Angreifer heimlichen Zugriff auf dein Gerät, sodass er Befehle ausführen und dich ausspionieren kann. Dazu gehört auch das Ausspähen über Webcam und Mikrofon.
- Nachladen weiterer Malware: Trojaner können weitere Schadsoftware nachladen, wie etwa Ransomware, die deine Daten verschlüsselt und Lösegeld fordert. Ein gekapertes Gerät kann außerdem in ein Botnet eingegliedert und für DDoS-Angriffe missbraucht werden. Manche Trojaner nutzen deine Rechenleistung zudem heimlich fürs Krypto-Mining.
Das Tückische: Viele Trojaner arbeiten still im Hintergrund. Oft merkt man gar nicht, dass man einen ungebetenen Gast auf dem Gerät hat.
Arten von Trojanern
Es gibt viele Arten von Trojanern, die alle unterschiedliche Ziele verfolgen. Diese Arten solltest du kennen:
Backdoor-Trojaner
Diese Art verschafft dem Angreifer Fernzugriff auf deinen Computer, um Befehle auszuführen und dich auszuspionieren. Ein Backdoor-Trojaner kann weitere Schadsoftware nachladen und dein System komplett kompromittieren.
Banking-Trojaner
Banking-Trojaner gehören zu den gefährlichsten Varianten überhaupt. Sie nutzen Keylogger, um deine Kreditkartendaten, Passwörter und Authentifizierungsdaten zu stehlen. Angreifer geben sich als bekannte Bank aus, erstellen eine gefälschte Webseite und bringen dich dazu, deine Anmeldedaten einzugeben. Gerade auf Smartphones sind Banking-Trojaner stark auf dem Vormarsch.
Download-Trojaner
Diese Trojaner haben nur eine Aufgabe: In dein System einzudringen und dann weitere Schadsoftware nachzuladen.
DDoS-Trojaner
Bei einem DDoS-Angriff wird ein Server mit einer riesigen Menge an Datenverkehr überflutet, bis das System zusammenbricht. DDoS-Trojaner rekrutieren dafür weitere „Zombie-Geräte“ für ihr Botnet, ohne dass die Besitzer etwas davon merken.
Gefälschte Antiviren-Trojaner
Diese Trojaner geben vor, echte Antiviren-Software zu sein. Sie versetzen dich mit falschen Warnungen in Panik und drängen dich oft, für angebliche Zusatzfunktionen zu zahlen.
Erpressungstrojaner
Diese Art verschlüsselt deine Daten und fordert Lösegeld. Zahlst du nicht, bekommst du deine Dateien möglicherweise nie zurück – aber auch eine Zahlung ist keine Garantie, dass der Angreifer deine Daten wieder entschlüsselt und dich zukünftig in Ruhe lässt.
SMS-Trojaner
SMS-Trojaner verschicken Textnachrichten an Mehrwertnummern und können teure Abos abschließen. Der Schaden ist zwar kleiner als bei beispielsweise Banking-Trojanern, kann dich aber trotzdem viel Geld kosten.
GameThief-Trojaner
Online-Gaming-Konten sind im Darknet gefragt, deshalb entwickeln Kriminelle Trojaner, die die Anmeldedaten von Spielern stehlen.
Mailfinder-Trojaner
Mailfinder extrahieren E-Mail-Adressen von deinem Gerät und schicken sie an einen Angreifer, der sie für weitere Attacken nutzt.
Spionage-Trojaner
Diese Trojaner sind eine Form von Spyware und dienen dazu, sensible Daten zu stehlen oder dein Verhalten zu überwachen.
Exploit-Trojaner
Ein Exploit-Trojaner nutzt bekannte Sicherheitslücken oder Zero-Day-Exploits in Betriebssystemen oder Anwendungen aus, um sich einzunisten und weitere schädliche Aktionen durchzuführen.
Rootkit-Trojaner
Ein Rootkit-Trojaner versteckt sich tief im Betriebssystem und verändert dessen Kernfunktionen. Das macht ihn für Antiviren-Software besonders schwer zu erkennen und zu entfernen.
So erkennst du einen Trojaner
Einen Trojaner zu erkennen, wie zum Beispiel FileRepMalware, ist nicht immer einfach. Bei diesen Warnzeichen solltest du hellhörig werden:
- Pop-ups und Warnungen behaupten, dass du angeblich einen Virus hast.
- Dein Computer wird langsam und stürzt gelegentlich ab.
- Einige Programme funktionieren nicht mehr oder starten von selbst.
- Du wirst auf verdächtige Webseiten umgeleitet.
- Du findest Programme, an deren Installation du dich nicht erinnerst.
- Dein Standardbrowser ändert sich ohne deine Zustimmung.
- Dein Antivirenprogramm oder deine Firewall wurde plötzlich deaktiviert.
- Netzwerk- oder CPU-Auslastung sind ungewöhnlich hoch, obwohl du nichts Aufwendiges tust.
- Dateien fehlen plötzlich, sind verschoben oder verändert.
Auch Smartphones zeigen Symptome, wenn sie infiziert sind – etwa schneller Akkuverbrauch, unbekannte Apps oder ungewöhnlich hoher Datenverbrauch. Mehr dazu findest du im Abschnitt zum Entfernen auf PC und Handy weiter unten sowie in unserem Artikel zur Android-Sicherheit.
So schützt du dich vor Trojanern
Niemand ist zu 100% sicher vor Trojanern. Mit der richtigen Software und etwas gesundem Menschenverstand kannst du das Risiko einer Infektion aber deutlich senken. Diese Maßnahmen helfen dir dabei:
- 1.Halte deine Software aktuell. Hacker nutzen bekannte Schwachstellen aus. Wer Updates aufschiebt, lässt längst geschlossene Sicherheitslücken offen.
- 2.Klicke niemals auf verdächtige Links. Phishing in E-Mails oder SMS ist die einfachste Methode, um Schadsoftware zu verbreiten.
- 3.Öffne keine unbekannten Anhänge. E-Mail-Anhänge sind einer der verbreitetsten Wege, um Trojaner einzuschleusen.
- 4.Downloads nur aus offiziellen Quellen. Nutze offizielle App-Stores und vertrauenswürdige Anbieter und mache einen Bogen um raubkopierte Software, die häufig Trojaner enthält. Prüfe die Sicherheit von APK-Dateien, bevor du sie installierst.
- 5.Erstelle komplexe Passwörter. Verwende niemals dasselbe Passwort für mehrere Konten und nutze nur sichere Passwörter. Ein Passwort-Manager wie NordPass opens in a new tab nimmt dir die Arbeit ab.
- 6.Aktiviere 2FA. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung fügt eine zweite Sicherheitsebene für deine Konten hinzu, für den Fall, dass dein Passwort gestohlen wird.
- 7.Verwende Antiviren-Software. Ein zuverlässiges Antivirus und Anti-Trojaner-Programm sollte jeder haben. Das Antivirus der nächsten Generation von NordVPN erkennt schädliche Downloads und bekannte Malware-Seiten, bevor sie auf deinem Gerät Schaden anrichten können.
- 8.Meide verdächtige Webseiten. Wenn dich eine Seite mit seltsamer Werbung bombardiert, verlasse sie sofort – ein Fehlklick kann Trojaner oder Adware herunterladen.
- 9.Scanne externe Geräte vor der Nutzung. Ein infizierter USB-Stick ist ein verbreiteter Übertragungsweg, also führe vorher einen Sicherheitsscan durch.
- 10.Mache regelmäßig Backups. Sichere deine Daten nach der 3-2-1-Regel (drei Kopien, zwei Speichermedien, eine außer Haus), damit du bei einem Ransomware-Angriff abgesichert bist.
- 11.Nutze ein VPN. Ein VPN verschlüsselt deinen Datenverkehr und schützt deine Privatsphäre, was besonders im öffentlichen WLAN ein Muss ist.
Mit einem NordVPN-Konto kannst du bis zu zehn Geräte gleichzeitig schützen: Smartphones, Laptops, Tablets, Router und mehr.
So entfernst du einen Trojaner vom PC und Handy
Hast du den Verdacht, dass ein Trojaner dein Gerät befallen hat, solltest du schnell handeln. So gehst du auf dem PC vor:
- 1.Trenne deinen Computer vom Internet, damit der Angreifer keine weiteren Befehle aus der Ferne ausführen kann.
- 2.Starte deinen Computer im abgesicherten Modus neu.
- 3.Überprüfe alle Apps, die im Hintergrund laufen, und beende die verdächtigen.
- 4.Gehe deine App-Liste durch, überprüfe und entferne Programme, die du nicht kennst.
- 5.Scanne deinen Computer mit einer Antivirensoftware.
- 6.Installiere deinen Browser neu.
Auf dem Smartphone ist das Vorgehen ähnlich: Starte dein Android-Gerät im abgesicherten Modus, deinstalliere verdächtige Apps und lasse einen vollständigen Sicherheitsscan laufen. Auch iPhones solltest du regelmäßig auf Viren prüfen. Als letztes Mittel hilft ein Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen. Ändere anschließend deine wichtigsten Passwörter von einem sauberen Gerät aus und behalte ungewöhnliche Kontobewegungen mit dem Dark Web Monitor im Blick.
Bekannte Trojaner-Beispiele
Emotet
Was 2014 als Banking-Trojaner startete, entwickelte sich zu einem der gefährlichsten Schadprogramme überhaupt. Statt selbst Daten zu stehlen, konzentrierte sich Emotet zunehmend darauf, als Türöffner zum Download weiterer Malware zu dienen. So baute Emotet ein riesiges Botnet auf, das Kriminelle als Malware-as-a-Service vermieteten. Laut US-Justizministerium infizierte Emotet über 1,6 Millionen Rechner und verursachte weltweit Hunderte Millionen Dollar an Schaden.
NotPetya
Dies war ein zerstörerischer Angriff, der sich 2017 zunächst in der Ukraine ausbreitete, bevor er weltweit übergriff. Die Infektion erfolgte über die Update-Funktion der ukrainischen Buchhaltungssoftware M.E.Doc – ein klassischer Supply-Chain-Angriff. Obwohl sich NotPetya als Ransomware tarnte und Lösegeld forderte, war es in Wahrheit auf reine Zerstörung ausgelegt: Verschlüsselte Daten ließen sich auch nach Zahlung nicht wiederherstellen. Insgesamt gilt NotPetya mit geschätzten Schäden von rund 10 Milliarden Dollar als einer der teuersten Cyberangriffe der Geschichte.
Sturnus
Sturnus ist ein modernes Beispiel dafür, dass Trojaner längst auch Smartphones ins Visier nehmen. Der Android-Banking-Trojaner wurde 2025 von Sicherheitsforschern dokumentiert und richtet sich gezielt gegen Kunden von Finanzinstituten. Sturnus liest Nachrichten aus verschlüsselten Messengern wie WhatsApp, Telegram und Signal direkt vom Bildschirm ab, nachdem sie entschlüsselt wurden, und umgeht so deren Sicherheitsvorkehrungen. Über gefälschte Banking-Overlays fängt Sturnus Zugangsdaten ab und kann per Fernzugriff die vollständige Kontrolle über das Gerät übernehmen.