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Welchen Schutz bietet ein VPN bei der Nutzung eines öffentlichen WLANs?

Öffentliche WLAN-Hotspots sind für viele eine feine Sache. Es ist ja auch praktisch von überall aus nach Herzenslust surfen zu können, ohne das eigene kostbare Datenvolumen zu verbrauchen.

Ilma Vienazindyte

Ilma Vienazindyte

Mar 12, 2021 · 4 Min. Lesezeit

Welchen Schutz bietet ein VPN bei der Nutzung eines öffentlichen WLANs?

Die Zahl öffentlicher WLANs steigt im Moment auch rasant in die Höhe. Aber mit ihrer Nutzung sind leider auch erhebliche Sicherheitsrisiken verbunden. Welche das sind und wie uns ein VPN davor schützen kann, soll in diesem Artikel geklärt werden.

VPN ist die Abkürzung von Virtual Private Network, und beschreibt schonmal ganz gut, wofür dieses Werkzeug zuständig ist. Ein VPN erzeugt eine Art virtuellen Tunnel, durch die Nutzer das Internet besuchen. Dieser “Tunnel” kann vor allem Nutzer von öffentlichen Netzwerken schützen, da sie einen erheblichen Schutz für die Privatsphäre bieten. VPNs verbergen zudem die wirklichen IP Adressen von ihren Nutzern, was es sehr viel schwieriger macht sie geographisch zu orten.

Diese Risiken bergen öffentliche Hotspots

Daten werden über öffentliche Hotspots weitestgehend unverschlüsselt übertragen. Dies soll einen möglichst schnellen und einfachen Zugang zum Netzwerk ermöglichen. Außerdem greifen darauf sehr viele Menschen zur gleichen Zeit zu. Diese einfache und offene Struktur hört sich natürlich zunächst einmal positiv an, aber gerade dadurch wird es für Dritte möglich, an die Daten der Nutzer heranzukommen und diese gegebenenfalls auch zu manipulieren.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (kurz BSI) empfiehlt, vorher Informationen über die Sicherheit der Hotspots, die man nutzen möchte, einzuholen. Dies wäre sicher eine sehr gute Sache, aber leider findet man in Cafés oder an sonstigen öffentlichen Plätzen selten Technik-Experten, die einem alle diesbezüglichen Fragen beantworten kann.

Dies solltest du beachten, wenn du öffentliche Hotspots nutzt

VPN wlan

Eins sollte vorweg gesagt werden: Die Nutzung öffentlicher Netzwerke ist nie absolut sicher, deshalb sollte man, wenn möglich, ganz darauf verzichten. Wenn dies mal nicht möglich ist, solltest du ein paar Sicherheitsmaßnahmen beachten:

  1. Stelle sicher, dass du auch mit dem richtigen WLAN verbunden bist. Wirf einen Blick auf den SSID, denn es ist ein bekannter Trick von Hackern, dass diese ein Netzwerk mit einem ähnlich klingenden Namen wie der des öffentlichen Hotspots nutzen und darauf hoffen, dass sich jemand versehentlich mit dem falschen Netzwerk verbindet. Auch hinter offenen WLAN-Netzen, die kein Passwort verlangen, stecken häufig Cyber-Kriminelle. Wenn du dich in eines dieser Netzwerke einwählst ist es für die Hacker ein Leichtes, deine Daten auszuspionieren.
  2. Deaktiviere dein WLAN, wenn du es nicht brauchst. Viele Nutzer haben zum Beispiel ihre E-Mail-Apps so eingestellt, dass automatisch nach neuen Mails gesucht wird. Wenn du dein WLAN also ständig aktiviert hast, bedeutet dies, dass die Zugangsdaten über unbekannte Hotspots gesendet werden können.
  3. Mit modernen Smartphones kannst du auch das Tethering nutzen. Das heißt, du kannst dir mit deinem Handy deinen eigenen Hotspot erstellen, über den du dann mit Tablet und Laptop online gehen kannst. Bei iPhones musst du dafür zu den Einstellungen gehen und Persönlichen Hotspot wählen. Bei Android-Geräten gehst du ebenfalls zunächst zu den Einstellungen und tipps dann unter Netzwerkverbindungen auf Tethering und Mobile Hotspot. Allerdings solltest du diese Funktion nur dann nutzen, wenn du einen Mobilfunkvertrag mit Internet-Flatrate hast, denn sonst können horrende Kosten auf dich zukommen.
  4. Mittlerweile gibt es immer mehr Webseiten, die auf verschlüsselte Datenübertragung setzen. Dies erkennst du daran, dass die URL mit https anstatt mit http beginnt. Beim Surfen im Gratis-WLAN solltest du unverschlüsselte Webseiten, auf denen du dich mit deinen Daten anmelden musst, lieber meiden, denn sonst haben Datendiebe leichtes Spiel.
  5. Über ein öffentliches WLAN solltest du niemals deine Online-Banking Daten oder ähnlich sensible Informationen eingeben. Verschiebe solche Angelegenheiten lieber bis du wieder zu Hause bist oder regle sie über die Datenverbindung deines Mobilfunkvertrages.
  6. Nun kommt ein spezieller Tipp für die Nutzer von Google Chrome, Firefox oder Opera: Wenn du häufig an öffentlichen Orten online gehst, solltest du dir ein spezielles Browser-Plugin installieren. Ein solches wäre zum Beispiel “HTTPS Everywhere”. Darüber sind sichere Verbindungen mit Yahoo, Ebay, Amazon und anderen Seiten möglich. Du kannst auch selbst noch Webseiten hinzufügen.
  7. Verwende ein zuverlässiges Internet-Security-Programm. So wirst du gewarnt, wenn dein Gerät eine Verbindung mit einem unsicheren Netzwerk herstellt.

VPN Router als sichere Alternative

Ein anderes Mittel, um das Problem von offenen Netzwerken in den Griff zu bekommen, besteht durch die Möglichkeit einen sogenannten VPN Router einzurichten. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich hier um einen Weg, das gesamte WLAN Netzwerk durch eine VPN Verbindung zu schützen, und eignet sich besonders für Betreiber von öffentlichen semi-öffentlichen Netzwerken.

VPN Router einrichten:

  1. Als erstes ist es notwendig, sich im Router einzuloggen und zu authentifizieren. Eine Anleitung für das Routermenü wird meistens vom Internet Service Provider geliefert.
  2. Im zweiten Schritt wird der VPN auf dem Router installiert. Wie das konkret aussieht, hängt immer vom Hersteller und Modell des jeweiligen Routers ab.
  3. Zuletzt wird die Verbindung getestet. Wenn der erste Test durch die gewählte VPN Verbindung erfolgreich verläuft, sollte es kein Problem sein, das gesamte Netzwerk durch einen VPN Account zu schützen.

VPN als sicherste Lösung bei der Nutzung öffentlicher Hotspots

VPN wlan

Ein Virtual Private Network verschlüsselt die Daten, die darüber übertragen werden. So können Dritte nicht auf die Informationen zugreifen. Zudem nehmen alle Daten einen Umweg über den Server des VPN-Anbieters. Durch diese Verbindung, auch VPN-Tunnel genannt, bleibt der Nutzer sozusagen inkognito, da nicht seine IP-Adresse, sondern die des VPN-Servers angezeigt wird. VPN WLAN Nutzung ist an öffentlichen Plätzen also quasi der Königsweg, denn schließlich surfst du hier im Normalfall über eine ungesicherte Verbindung. Auch für den Fall, dass es einem Hacker gelingen sollte, Daten trotz VPN abzufangen, sind diese sehr sicher verschlüsselt. Erfahrene Hacker könnten deine Daten vielleicht mit viel Aufwand entschlüsseln, aber erfahrungsgemäß sind diese meist eher an leichter Beute interessiert. Und davon gibt es leider immer noch mehr als genug.

Um eine VPN-Verbindung zu nutzen, musst du eine Zusatz-App auf deinem Gerät installieren. Gute Virtual Private Networks wie NordVPN, die wirklich sicher sind, sind dabei meist kostenpflichtig.

Das Wichtigste, was du aus diesem Artikel mitnehmen solltest ist also, dass du öffentliche Hotspots nach Möglichkeit gar nicht nutzen solltest. Wenn du gar nicht darauf verzichten kannst, dann rufe keine Webseiten auf, auf denen du persönliche Daten eingeben musst. Bei allen anderen Aktivitäten bist du mit den oben genannten Tipps weitestgehend sicher.