Was ist WebRTC?
WebRTC (Web Real Time Communication) quelloffener Standard, der es Browsern ermöglicht, Video-Konferenzen, Audio-Chats und beliebige andere Daten direkt in Echtzeit auszutauschen. Das Ganze geschieht dabei auf Peer-to-Peer-Ebene, also ohne dass du Plugins oder andere spezifische Software benötigst. Durch die Bereitstellung einfacher JavaScript-APIs ermöglicht es Funktionen wie Datenübertragungen direkt in den Webanwendungen.
Das heißt, du schreibst zum Beispiel eine Nachricht, die der Empfänger sofort bekommt und auf die er auch sofort antworten kann. Aber auch Videokonferenzen und Online-Anrufe über den Browser sind mit der Real Time Communication möglich.
Funktionen und Vorteile von WebRTC
Die Nutzung von WebRTC bringt praktische Funktionen und Vorteile mit sich. Es ermöglicht dir zum Beispiel Folgendes:
- Videoanrufe: Du kannst direkt im Browser in Echtzeit Videokonferenzen führen.
- Bildschirm teilen: Wenn du anderen deinen Bildschirm zeigen willst, kannst du das mithilfe von WebRTC.
- Dateifreigabe: Möglichkeit direkt zwischen Browsern Dateien und Daten zu senden und zu empfangen.
- Sprachanrufe: Möglichkeit VoIP innerhalb von Anwendungen zu nutzen.
Vorteilhaft ist das Ganze, weil du dazu keine Plugins oder andere Software benötigst und die oben genannten Funktionen direkt im Browser verwenden kannst. Es wird durch Browser wie Chrome, Firefox und Opera unterstützt und funktioniert darüber hinaus auf unterschiedlichen Betriebssystemen und Geräten.
Wie funktioniert WebRTC?
Web Real Time Communication basiert auf den Programmiersprachen HTML (Hyper Text Markup Language) und JavaScript. Sie werden vom jeweiligen Webbrowser gelesen und wiedergegeben, egal ob du Google Chrome, Safari, Mozilla Firefox oder andere benutzt. Dadurch wird eine Kommunikation zwischen mehreren Rechnern im Web ermöglicht und alle Benutzer können den Transfer von Daten wie Videos, Dokumente oder Fotos über den Browser in Anspruch nehmen.
Heutzutage ist es für viele Menschen überaus wichtig, unkompliziert und von überall aus erreichbar zu sein. Und genau deshalb ist WebRTC so beliebt, denn du kannst diese Kommunikationslösung schnell und einfach, ohne Installation oder Download nutzen.
WebRTC Anwendungsbeispiele
WebRTC ist eine verbreitete Technologie, die von zahlreichen Plattformen und Diensten verwendet wird, von Videoanrufen bis hin zu Webanwendungen. Hier findest du einige Beispiel für den jeweiligen Anwendungsbereich:
- Messaging-Apps: Genutzt für Sprach- und Videoanrufe wie Google Meet, Jitsi Meet und Facebook Messenger
- Meeting-Plattformen: Genutzt für browserbasierte Meetings durch Dienste wie Google Meet, Microsoft Teams und Zoom.
- Echtzeit-Webanwendungen: Genutzt für Sprach- und Videochats sowie Livestream-Interaktionen bei Discord und Twitch.
- Kundensupport-Lösungen: Ermöglicht Echtzeitkommunikation bei Tools wie Zendesk und Salesforce Service Cloud.
- Weitere Anwendungen: Wichtige Funktionen wie Bildschirmfreigabe (z. B. Jitsi Meet) und Integration in Open-Source- und IoT-Projekte.
WebRTC vs. WebSocket: Was ist besser?
Ob WebRTC oder WebSocket für dich geeignet ist, hängt davon ab, was du online tun möchtest. WebSocket und WebRTC sind beides Technologien für die Echtzeitkommunikation, unterscheiden sich aber entscheidend in ihrer Architektur und ihrem Einsatzzweck. Während WebSocket auf einem Client-Server-Modell basiert und eine dauerhafte Verbindung zwischen Browser und Server für Text- oder JSON-Daten ermöglicht, ist WebRTC speziell für direkte Peer-to-Peer-Verbindungen (P2P) optimiert. Diese werden vor allem für latenzarme Audio- und Video-Übertragungen genutzt.
WebSocket arbeitet über das TCP-Protokoll, das für zuverlässige und sichere Datenübertragung sorgt, jedoch eine höhere Latenz mit sich bringt. WebRTC hingegen nutzt primär UDP, das schneller ist und Daten in Echtzeit, auch bei vereinzelten Paketverlusten, übertragen kann. WebRTC benötigt für die Initialisierung der direkten Verbindung oft einen Signaling-Server, der häufig über WebSockets läuft.
Die Wahl zwischen beiden Technologien hängt wie gesagt stark vom Verwendungszweck ab. WebSocket eignet sich eher für Anwendungen, bei denen Datenintegrität und Zuverlässigkeit im Vordergrund stehen, wie bei Online-Chats, Live-Dashboards oder dem Abruf von Aktienkursen. WebRTC ist die bessere Wahl, wenn Geschwindigkeit und minimale Verzögerung, etwa für Video- oder Audiokonferenzen, erforderlich sind.
WebRTC-Lecks und Sicherheitsrisiken
Die WebRTC-Technologie stellt eine erhebliche Schwachstelle dar. Jede von dir besuchte Website kann potenziell deine wahre IP-Adresse anfordern und darauf zugreifen, auch wenn du ein VPN verwendest. Vielleicht denkst du, dass das nicht so besorgniserregend ist, aber du wärst überrascht, was jemand mit deiner IP machen kann. Das Schlimmste daran ist, dass dies Teil der grundlegenden Funktionalität von WebRTC ist, sodass es nicht „behoben“ werden kann. Es liegt an dir, Wege zu finden, diese Lecks zu blockieren oder WebRTC komplett zu deaktivieren. Das Gute ist, dass du ganz einfach selbst einen WebRTC-Leak-Test durchführen kannst. Die Durchführung des Tests ist eine der besten Möglichkeiten, WebRTC-Lecks zu verhindern.
Was ist ein WebRTC-Leak-Test?
Ein WebRTC-Leak-Test ist normalerweise ein Online-Tool, das überprüft, ob deine echte IP-Adresse einer Webseite angezeigt wird, selbst wenn du mit einem VPN oder Proxy verbunden bist. Der Test ist eine schnelle Möglichkeit, um festzustellen, dass deine Identität geschützt ist. Denn nur wenn du weißt, ob ein WebRTC-Leak besteht, kannst du entsprechende Maßnahmen ergreifen.
Mit Hilfe eines WebRTC-Leak-Tools kannst du feststellen, ob diese Funktion überhaupt aktiviert ist und ob persönliche Informationen über deinen Browser (z. B. Mozilla Firefox oder Chrome) übertragen werden. Zeigt das Tool eine öffentliche IP-Adresse, heißt das, dass diese über RTC erkannt wird. Da deine öffentliche IP-Adresse wie eine Art Personalausweis fürs Web funktioniert, kann man in diesem Fall nicht von Anonymität sprechen.
Wenn du ein VPN nutzt, sollte das Tool die IP-Adresse des VPNs anzeigen. Das bedeutet, deine Daten sind sicher. Allerdings solltest du auch dann, wenn möglich, auf WebRTC verzichten, da dies dennoch ein Sicherheitsrisiko darstellen kann.
Wie führt man einen WebRTC-Leak-Test durch?
Um einen WebRTC-Leak-Test durchzuführen, solltest du online nach einer spezialisierten Webseite suchen, um zu überprüfen, ob deine echte IP-Adresse im WebRTC-Abschnitt erscheint. Ein Leck liegt vor, wenn dein ungefährer Standort, Internetanbieter und die IP angezeigt werden, anstelle der IP des VPN-Servers. So funktioniert es Schritt für Schritt:
- 1.Besuche die WebRTC-Leak-Testseite zunächst ohne VPN-Verbindung, um deine echte IP zu sehen.
- 2.Verbinde dich dann mit dem VPN und stelle sicher, dass es eingeschaltet ist.
- 3.Besuche die Seite erneut und führe den WebRTC-Leak-Test durch.
- 4.Wird deine echte IP angezeigt, besteht ein Leck, wird eine andere IP angezeigt (die deines VPN-Servers), liegt keines vor.
Wie kann man WebRTC-Leaks verhindern?
Die einfachste Methode, um WebRTC-Leaks zu verhindern, ist natürlich die Deaktivierung oder Einschränkung von WebRTC direkt in den Einstellungen deines Webbrowsers. Viele Browser-Erweiterungen bieten ebenfalls die Möglichkeit, WebRTC gezielt zu blockieren.
Es gibt auch VPN-Browsererweiterungen, wie die von NordVPN, die eingebaute Funktionen haben, um WebRTC-Leaks zu verhindern und deinen Browser sicherer zu machen. Du kannst WebRTC-Lecks ganz einfach über die NordVPN Browser-Erweiterung zusätzlich zur NordVPN App verhindern:
- 1.Lade die NordVPN Browser-Erweiterung für deinen Browser herunter und richte sie ein: Chrome/Firefox/Edge.
- 2.Klicke unten links im Hauptfenster der Erweiterung auf das Einstellungen-Symbol.
- 3.Du findest die Option zum Aktivieren des WebRTC-Leak-Schutzes unter „Verbindung und Sicherheit“.
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Wie du WebRTC in verschiedenen Browsern deaktivieren kannst
Die Deaktivierung von WebRTC sollte eigentlich kein Problem darstellen und ist meist in wenigen Schritten durchgeführt. Hier liest du, wie du die Deaktivierung für Firefox, Google Chrome, Yandex, Opera und Safari vornehmen kannst.
WebRTC in Mozilla Firefox deaktivieren
Glücklicherweise bietet Firefox eine integrierte Möglichkeit, WebRTC zu deaktivieren. Es kann schwer zu finden sein, wenn du nicht weißt, wo du suchen musst, also folge diesen Schritten!
- 1.Gib „about:config“ in die Adressleiste deines Firefox-Browsers ein und drücke die Eingabetaste.
- 2.Du wirst mit einer Warnung aufgefordert. Klicke auf „Risiko akzeptieren und fortfahren.“
- 3.Klicke auf „Alle anzeigen.“
- 4.Dir wird eine lange Liste von Einstellungen angezeigt, von denen du die meisten wahrscheinlich nicht ändern solltest. Um die benötigte Einstellung zu finden, gib in die Suchleiste oben auf der Seite ein: „media.peerconnection.enabled.“
- 5.Alles, was du jetzt noch tun musst, ist den Umschalt-Button (Toggle) ganz rechts zu drücken. Der Wert in der Mitte der Einstellung sollte nun als „False“ angezeigt werden.
Das war’s! Dadurch wird WebRTC vollständig deaktiviert, weshalb auch alle Websites, die WebRTC für ihre Dienste nutzen, nicht mehr funktionieren werden.
WebRTC in Chrome deaktivieren
Das Deaktivieren von WebRTC in Chrome ist knifflig, und wir raten dir dringend, dafür eine Erweiterung zu verwenden. Das liegt daran, dass der Weg ohne Erweiterung das manuelle Bearbeiten von Einstellungsdateien beinhaltet, was potenziell dazu führen kann, dass dein Chrome-Browser nicht mehr richtig funktioniert, wenn du es falsch machst.
WebRTC Leak Prevent ist eine führende Chrome-Erweiterung zur Verhinderung von WebRTC-Leaks. Wie der Entwickler angemerkt hat, ändert diese Erweiterung nur die Sicherheits- und Datenschutzeinstellungen von WebRTC – sie schaltet WebRTC nicht aus.
WebRTC in Yandex und Opera deaktivieren
Hier führt der Weg über eine Erweiterung, die sich für beide Browser eignet.
- 1.Opera Ad-ons-Store oder in Yandex den Google Chrome Store.
- 2.Die Erweiterung WebRTC Control hinzufügen.
- 3.Nach Installation auf das Erweiterungssymbol neben der Adressleiste klicken und WebRTC deaktivieren.
WebRTC in Safari deaktivieren
WebRTC in Safari zu deaktivieren ist möglich, aber die Option ist schwerer zu finden als bei Firefox. Das liegt daran, dass WebRTC immer noch als experimentelle Funktion gilt, mit der sich nur Entwickler herumschlagen möchten. Wenn du diese Anleitung befolgst, findest du es aber ganz einfach:
- 1.Klicke auf „Safari" und wähle „Einstellungen" aus dem Dropdown-Menü.
- 2.Klicke auf den Reiter „Erweitert" und aktiviere das Kontrollkästchen neben „Menü ‚Entwicklung' in der Menüleiste anzeigen".
- 3.Klicke auf den neuen Reiter „Entwicklung" in der Menüleiste und wähle „Experimentelle Funktionen" (in neueren Versionen „Feature Flags“) aus dem Dropdown-Menü. Scrolle ganz nach unten. Wenn „WebRTC mDNS ICE candidates", aktiviert ist, klicke darauf, um es zu deaktivieren.
Das war's! Dein Safari ist jetzt frei von WebRTC-Lecks. Dies kann jedoch auch verhindern, dass WebRTC-basierte Dienste in deinem Browser funktionieren.
Was ist WebRTC? Eine Zusammenfassung
WebRTC (Web Real Time Communication) ist ein praktischer, quelloffener Standard, der es Browsern ermöglicht, Videoanrufe, Audio-Chats und andere Daten direkt in Echtzeit und Peer-to-Peer auszutauschen, ohne dass zusätzliche Software oder Plugins benötigt werden.
Trotz der Vorteile für die Nutzer birgt WebRTC aber auch Nachteile. Es kann die reale IP-Adresse eines Nutzers offenlegen, selbst wenn ein VPN oder Proxy verwendet wird. Daher ist es wichtig, sich mit einem WebRTC-Leak-Test zu vergewissern, ob die IP preisgegeben wird. Wer WebRTC gar nicht erst nutzen möchte, kann diese Funktion in unterschiedlichen Browsern auch deaktivieren, was mitunter aber umständlich ist. Die Nutzung von bestimmten Erweiterungen ist sinnvoller.
WebRTC-Lecks zu blockieren, ist zwar ein guter Anfang, um deine Online-Aktivitäten zu sichern, aber es ist nicht genug. Wenn du NordVPNs Browser-Erweiterung oder VPN-Apps nutzt, um diese Lecks zu blockieren, steht dir bereits eine Reihe von Tools zur Verfügung, die dir helfen, sicher zu bleiben.
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