Was ist ein P2P VPN?
Bevor wir uns näher mit P2P-VPNs beschäftigen, solltest du wissen, was P2P-Technologie überhaupt ist, daher hier eine allgemeine Definition von P2P (Peer-to-Peer):
Definition P2P VPN
P2P ist ein dezentrales Netzwerkmodell, bei dem Geräte, sogenannte „Peers“, direkt miteinander kommunizieren, ohne auf einen zentralen Server angewiesen zu sein. In einem P2P-System kann jeder Teilnehmer Ressourcen wie Daten, Rechenleistung oder Bandbreite mit anderen teilen. Diese direkte Kommunikation macht P2P-Systeme effizienter, kostengünstiger und widerstandsfähiger.
Jetzt, wo du P2P verstehst, können wir uns näher mit P2P VPN befassen, einer Art VPN-Lösung, die sichere, direkte Verbindungen zwischen Geräten mit dieser P2P-Technologie ermöglicht. Mit dieser Art von VPN kannst du die Vorteile von P2P-Netzwerken nutzen, wie z.B. weniger Netzwerkverkehr und die Möglichkeit, große Dateien zu teilen. Außerdem bietet es die Sicherheitsvorteile eines VPNs, wobei deine sensiblen Daten (wie deine IP-Adresse) während Peer-to-Peer-Verbindungen durch Verschlüsselung geschützt sind.
P2P-VPNs werden auch als dVPNs (dezentrale VPNs) bezeichnet, da sie zur Erbringung ihrer Funktionen auf dezentrale Peer-to-Peer-Systeme angewiesen sind. Es gibt verschiedene Modelle von P2P-VPNs, die sich hinsichtlich ihrer Privatsphäre- und Sicherheitsfunktionen unterscheiden.
Wie funktioniert ein P2P VPN?
Ein P2P-VPN funktioniert ähnlich wie ein normales VPN, indem es deine Daten verschlüsselt, wenn du sie online sendest. Im Gegensatz zu normalen VPNs sind P2P-VPNs aber mit Peer-to-Peer-Netzwerken kompatibel.
Ein weiterer Unterschied besteht darin, wie die Daten verarbeitet werden. Normale VPN-Server leiten deinen Datenverkehr in der Regel über einen zentralen Server weiter (oft einer von Hunderten oder Tausenden von Servern, über die der Dienst weltweit verfügt). Diese Methode steht oft im Konflikt mit der Architektur einer Peer-to-Peer-Verbindung.
P2P-VPNs haben die nötige Infrastruktur, um deine Daten entweder auf deinem Gerät oder auf allen Geräten im P2P-Netzwerk zu verschlüsseln. So können alle Nutzer bei der Kommunikation über Peer-to-Peer-Netzwerke effektiv als ihr eigener VPN-Client und -Server fungieren.
P2P VPN vs. herkömmliches VPN: Hauptunterschiede
Damit die die Hauptunterschiede von P2P VPN und herkömmlichen VPN besser verstehen kannst, hier eine kurze Übersicht:
| Merkmal | Standard VPN | P2P VPN |
|---|---|---|
| Architektur | Nutzt firmeneigene Server als Relais zwischen dem Nutzer und dem Internet. | Geräte der Nutzer bilden das VPN-Netzwerk, indem sie den Datenverkehr füreinander weiterleiten (ohne zentrale Server). |
| Anwendung | Privatsphäre, sichere Nutzung von öffentlichem WLAN, sicheres Surfen und Streamen. | Ähnliche Anwendung wie das Standard-VPN, aber mit Spezialisierung für das Teilen von Dateien und Kommunikation |
| Skalierbarkeit | Eingeschränkt durch die Serverinfrastruktur und die Kapazität des Anbieters. | Das Netzwerk wird größer, wenn mehr Leute mitmachen und ihre Ressourcen einbringen. |
| Geschwindigkeit | Normalerweise schnell und stabil, vor allem bei Premium-Anbietern; kann je nach Serverauslastung und Distanz variieren. | Kann von der Anzahl und Qualität der online verfügbaren Peers abhängen; kann langsamer oder weniger stabil sein. |
| Privatsphäre | Hohe Privatsphäre, vor allem bei Anbietern, die einen No-Logs-Grundsatz verfolgen | Erhöhte Privatsphäre; Daten werden oft aufgeteilt und verteilt. |
| Dezentralizität | Sind zentralisiert | Vollkommen dezentral |
Sind P2P VPNs sicher?
P2P-VPNs machen dich sicherer durch Verschlüsselung, aber wie gut das funktioniert, hängt davon ab, wie sie eingesetzt werden und wie du damit umgehst. Ein P2P-VPN schützt dich auch nicht vor Cyberangriffen, weil es nur deine Daten verschlüsselt.
Ein P2P-VPN macht es Hackern zwar schwerer, auf deine Daten zuzugreifen oder sie zu missbrauchen, wenn sie abgefangen werden, aber es hält bestimmte Angriffe wie bösartige Dateien, Phishing-Versuche oder Schadsoftware nicht auf. In Peer-to-Peer-Netzwerken musst du trotzdem die üblichen Sicherheitsprotokolle und Best Practices befolgen.
Manche Leute haben Bedenken, dass P2P-Netzwerke illegal sind, was zu der Annahme führt, dass die Nutzung von P2P-VPNs rechtswidrig ist. Die Rechtslage zu diesem Thema ist von Fall zu Fall unterschiedlich, aber hier sind die wichtigsten Punkte, die du beachten solltest:
- Ein P2P-Netzwerk ist nicht per se illegal. Jeder kann ein P2P-Netzwerk erstellen.
- P2P-Netzwerke können in illegale Aktivitäten verwickelt werden, wie zum Beispiel das Teilen von Dateien, die lizenziert oder urheberrechtlich geschützt sind. Die Nutzung eines P2P-Netzwerks an sich ist aber nicht illegal.
- Während VPNs in den meisten Ländern legal sind, sind sie in einigen Ländern wie China, Russland, Nordkorea, Irak und Turkmenistan verboten oder stark eingeschränkt. Andere Länder, darunter Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman, erlauben nur von der Regierung genehmigte Dienste.
- Die Nutzung eines P2P-VPN für illegale Aktivitäten wie Urheberrechtsverletzungen oder Cyberkriminalität bleibt unabhängig von der Rechtmäßigkeit des VPN illegal.
In den meisten Fällen ist die Nutzung eines P2P-VPN vollkommen sicher. Du solltest jedoch auch die möglichen rechtlichen Konsequenzen oder Vorschriften im Zusammenhang mit der Nutzung von P2P-Netzwerken und VPNs in deiner Gerichtsbarkeit kennen.
Wofür wird ein P2P VPN verwendet?
Trotz ihrer Beliebtheit und Vorteile haben P2P-Netzwerke immer noch einen schlechten Ruf, weil sie mit Sicherheitsrisiken wie Schadsoftware und fehlenden integrierten Sicherheitskontrollen verbunden sind. Mit einem P2P-VPN kannst du deine Verbindungen aber besser schützen, und zwar durch:
Mehr Privatsphäre und Sicherheit
Direkte Verbindungen zwischen den Teilnehmern machen dich weniger abhängig von Servern von Drittanbietern und verringern so das Risiko, dass Daten abgefangen werden.
Ein VPN kann diesen Schutz noch verstärken, indem es die Identitäten beider Peers geheim hält, solange sie die VPN-Server für ihre Übertragungen nutzen. Wenn du mehr darüber wissen willst, schau dir an, was ein VPN alles verbirgt.
Schnellere und effizientere Datenübertragungen
Da die Daten nicht über einen zentralen Server laufen müssen, bieten P2P-VPNs für bestimmte Anwendungsfälle höhere Geschwindigkeiten. Außerdem haben einige VPN-Dienste P2P-Server, die für schnelle Verbindungen optimiert sind, sodass Peers Daten reibungslos innerhalb eines P2P-Netzwerks übertragen können.
Sicherer Fernzugriff
Mit einem P2P-VPN können Nutzer sicher auf Remote-Geräte zugreifen, ohne dass eine zentrale Infrastruktur erforderlich ist. P2P-VPNs hosten die gesamte erforderliche VPN-Infrastruktur auf deinen Geräten und stellen so sicher, dass deine Daten nicht über die externen Server und die Infrastruktur eines VPN-Anbieters übertragen werden.
Dezentrale Kommunikation
Ein P2P-VPN ist nützlich für Anwendungen wie Dateifreigabe, Gaming und Messaging, ohne dass Daten an externe Server weitergegeben werden. Durch die Verwendung eines dezentralisierten Netzwerks bieten P2P-VPNs all diesen Anwendungen ein zusätzliches Maß an Privatsphäre. Einige VPN-Anbieter passen sogar die Interaktion jeder Anwendung mit ihrem VPN individuell an.
Verbesserte Privatsphäre
Der Datenverkehr wird auf die Peers verteilt, wodurch es für Dritte schwieriger wird, Online-Aktivitäten zu verfolgen. P2P-VPNs maskieren deinen Datenverkehr, dessen Ursprung und Ziel effektiv. Allerdings können Angreifer diesen Aspekt auch ausnutzen, um Sicherheitslücken in den Geräten auszunutzen, die du und deine Peers verwenden.
Vorteile eines P2P VPNs
Es ist möglich, P2P-Netzwerke zum Senden großer Dateien und anderer Daten ohne VPN zu nutzen. Die Verwendung eines P2P-VPN bei jeder Verbindung mit einem P2P-Netzwerk hat jedoch eindeutige Vorteile. Dazu gehören unter anderem:
- Privatsphäre. Alle Daten, die du über P2P-VPN-Server sendest, werden verschlüsselt, sodass es dank des VPNs für einen Hacker schwieriger ist, deine Verbindungen auszuspionieren. Es schützt dich außerdem vor dem Tracking durch deinen Internetanbieter.
- Erhöhte Sicherheit. Herkömmliche VPN-Server sind im Allgemeinen sicher, aber nicht immun gegen potenzielle Schwachstellen. Bei P2P-VPNs hingegen gefährdet ein Angriff auf einen einzelnen Peer nicht das gesamte System. Diese Sicherheitsmaßnahme schließt jedoch nicht alle Risiken aus, beispielsweise wenn ein böswilliger Peer Ihrem P2P-Netzwerk beitritt.
- Leistung und Geschwindigkeit. Du kannst die Geschwindigkeit und Effizienz deiner Dateifreigabe und Datenübertragungen erhöhen, indem du einen bestimmten P2P-VPN-Server wählst, der geografisch näher an anderen Peers im P2P-Netzwerk liegt. Die mit der Verwendung von VPNs verbundenen Geschwindigkeitseinbußen bleiben jedoch bestehen.
- Umgehung von Zensur. Im Gegensatz zu herkömmlichen VPNs verteilen P2P-VPNs den Datenverkehr auf mehrere Knoten, wodurch sie schwerer zu blockieren sind. Trotzdem können fortschrittliche Deep Packet Inspection (DPI)-Technologien (wie sie in China eingesetzt werden) bestimmte VPN-Protokolle, darunter auch einige P2P-VPNs, erkennen und blockieren. P2P-VPNs werden auf dem Gerät gehostet, nicht auf der Serverliste eines VPN-Dienstes. Da die Verbindung peer-to-peer ist, zieht sie weniger Aufmerksamkeit von Systemen auf sich, die die Nutzung von VPNs erkennen, und wird daher weniger wahrscheinlich bemerkt.
Abgesehen von den oben genannten Vorteilen bietet die Nutzung eines VPNs noch einige weitere Vorteile. Ob du deine Online-Privatsphäre verbessern, auf Inhalte in anderen Regionen zugreifen oder deine Daten schützen möchtest – die Nutzung eines VPNs sorgt für zusätzliche Sicherheit bei deinen Online-Aktivitäten.
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