Wie denken deutsche Nutzer über Online-Privatsphäre?
Das Alter spielt eine Rolle beim Vertrauen in Zahlungsinformationen und Datenerfassung: Die Babyboomer (55–74 Jahre) zeigen weniger Vertrauen in die Sicherheit von Online-Zahlungen als Millennials (35–44 Jahre) und die Gen Z (18–34 Jahre).
Obwohl sich junge Menschen der Online-Datenprivatsphäre bewusster sind, handeln sie oft nicht entsprechend. Insbesondere die Generation Z (18–34 Jahre) versteht das Konzept der Online-Privatsphäre gut, vernachlässigt aber häufig die Verwaltung ihrer Datenschutzeinstellungen, was eine Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln verdeutlicht.
Befragte mit geringerem Einkommen fühlen sich zudem weniger in der Lage, zu kontrollieren, wie ihre persönlichen Daten online genutzt werden. Im Gegensatz dazu zeigen Haushalte mit Kindern generell ein deutlich größeres Bewusstsein für Probleme der Erfassung privater Daten als kinderlose Haushalte.
Weitere Ergebnisse der Umfrage von NordVPN:
- 67 % der Deutschen sagen, sie verstehen, wie Online-Dienste und Social-Media-Plattformen ihre persönlichen Daten sammeln und nutzen.
- 65 % geben ihre Zahlungsinformationen mit gutem Gefühl auf Online-Shopping-Websites ein.
- 59 % haben das Gefühl, die Kontrolle darüber zu haben, wie ihre persönlichen Daten online gehandhabt werden.
- 76 % sagen, sie möchten sofort benachrichtigt werden, falls ihre persönlichen Daten kompromittiert werden.
- 69 % sagen, sie überprüfen oder passen regelmäßig die Datenschutzeinstellungen auf den von ihnen genutzten Websites oder Apps an.
Wie denken österreichische Nutzer über Online-Privatsphäre?
Ältere Berufstätige fühlen sich digital am sichersten. Im Gegensatz zu den meisten Märkten weist die Gruppe der 55- bis 64-Jährigen konstant das höchste Verständnis und die beste Kontrolle über ihre Daten auf.
Jüngere Erwachsene hingegen sind digital weniger informiert und engagiert. Die 18- bis 24-Jährigen sowie Studenten gehören zu jenen, die am wenigsten das Gefühl haben, die Kontrolle zu besitzen oder sich sicher zu fühlen. Dies deutet darauf hin, dass die digitale Präsenz in der jüngeren Generation nicht automatisch zu einem Gefühl der Sicherheit führt.
Weitere Ergebnisse der Umfrage von NordVPN:
- 74 % der Österreicher sagen, dass sie verstehen, wie Online-Dienste und Social-Media-Plattformen ihre persönlichen Daten sammeln und nutzen.
- 66 % geben ihre Zahlungsinformationen mit gutem Gefühl auf Online-Shopping-Websites ein.
- 61 % haben das Gefühl, die Kontrolle darüber zu haben, wie ihre persönlichen Daten online gehandhabt werden.
- 79 % sagen, sie möchten sofort benachrichtigt werden, falls ihre persönlichen Daten kompromittiert werden.
- 68 % sagen, sie überprüfen oder passen regelmäßig die Datenschutzeinstellungen auf den von ihnen genutzten Websites oder Apps an.
Wie denken Schweizer Nutzer über Online-Privatsphäre?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Bildung das tatsächliche Verhalten im Hinblick auf die Privatsphäre stärker beeinflusst als das subjektive Gefühl der Kontrolle. Der Bildungseffekt ist bei aktiven Privatsphäremaßnahmen ausgeprägter als bei der Datenkontrolle, was darauf hindeutet, dass Bildung die Bereitschaft zum Handeln stärker verändert als das reine Vertrauen in die eigene Kontrolle.
Eine weitere Auffälligkeit ist, dass ältere Erwachsene am meisten Wert auf die Benachrichtigung bei Sicherheitsverletzungen legen. Die Gruppe der 65- bis 74-Jährigen sowie der Rentner wünschen sich am häufigsten sofortige Benachrichtigungen im Falle eines Datenlecks.
Weitere Ergebnisse der Umfrage von NordVPN:
- 70 % der Schweizer sagen, dass sie verstehen, wie Online-Dienste und Social-Media-Plattformen ihre persönlichen Daten sammeln und nutzen.
- 70 % geben ihre Zahlungsinformationen mit gutem Gefühl auf Online-Shopping-Websites ein.
- 61 % haben das Gefühl, die Kontrolle darüber zu haben, wie ihre persönlichen Daten online gehandhabt werden.
- 82 % sagen, sie möchten sofort benachrichtigt werden, falls ihre persönlichen Daten kompromittiert werden.
- 64 % sagen, sie überprüfen oder passen regelmäßig die Datenschutzeinstellungen auf den von ihnen genutzten Websites oder Apps an.
Wie schneiden Deutschland, Österreich und die Schweiz im Vergleich ab?
Beim Wissen über die Datensammlung liegen Österreich (74%) und die Schweiz (70%) vor Deutschland (67%). Das Vertrauen beim Eingeben von Zahlungsinformationen auf Online-Shopping-Websites ist in der Schweiz mit 70% am höchsten, gefolgt von Österreich (66%) und Deutschland (65%).
Bezüglich der Kontrolle darüber, wie persönliche Daten online verarbeitet werden, fühlen sich die Befragten in Österreich und der Schweiz mit jeweils 61% gleich stark. Deutschland liegt hier mit 59% knapp dahinter.
Die Bereitschaft, bei Datenkompromittierung benachrichtigt zu werden, ist in der Schweiz mit 82% am ausgeprägtesten. Österreich folgt mit 79%, und Deutschland liegt mit 76% in dieser Kategorie dahinter.
Hinsichtlich der Risikominderung durch die regelmäßige Überprüfung oder Anpassung von Datenschutzeinstellungen liegen Deutschland (69%) und Österreich (68%) nahe beieinander, während die Schweiz mit 64% hier zurückliegt.
Ergebnisse weltweit
Während jeder Markt seine eigene Geschichte erzählt, zeigen sich länderübergreifend weltweit mehrere Trends:
- Die Erwartung, über ein Datenleck informiert zu werden, ist in allen 23 Märkten die konstanteste Erwartung an die Privatsphäre. In Norwegen (96 %), Dänemark (94 %) und Schweden (93 %) ist die Forderung nach sofortiger Benachrichtigung bei Datenschutzverletzungen am stärksten, während Japan (77 %) und Deutschland (76 %) die niedrigsten Werte aufweisen.
- Die Befragten in Lateinamerika und Teilen Ostasiens zeigen einige der ausgeprägtesten Gewohnheiten im Bereich Privatsphäre. Mexiko (82 %), Brasilien (79 %), Taiwan (75 %) und Hongkong (76 %) führen die Liste an, wenn es um die regelmäßige Überprüfung von Datenschutzeinstellungen, App-Berechtigungen oder Kontosicherheit geht.
- Das Gefühl, informiert zu sein, wird oft höher bewertet als das Gefühl, die Kontrolle zu haben. In den meisten Märkten liegen die Werte für das Bewusstsein um die Privatsphäre zwischen 67 % und 84 %, während die Kontrolle über persönliche Daten oft auf 39 % bis 66 % sinkt. Dies deutet auf eine klare Diskrepanz zwischen dem Verständnis von Privatsphärerisiken und dem Gefühl, diese bewältigen zu können.
- Die größten Unterschiede zwischen Bewusstsein und Kontrolle zeigen sich in den nordischen Ländern und in Japan. Die Befragten in diesen Märkten legen großen Wert auf Benachrichtigungen bei Datenschutzverletzungen, berichten jedoch von einem geringeren Vertrauen, wenn es darum geht, persönliche Daten online zu verwalten.
- Taiwan und Hongkong stechen in Bezug auf digitale Sicherheit hervor. Diese Märkte vereinen ein starkes Bewusstsein für die Privatsphäre, eine hohe Nachfrage nach Benachrichtigungen bei Sicherheitsverletzungen und ein gutes Gefühl bei der persönlichen Kontrolle in der Umfrage.
- Japan weist die niedrigsten Werte bei mehreren Privatsphäre-Maßnahmen auf. Japan erzielt die niedrigsten Werte beim Bewusstsein für die Privatsphäre (44 %), der Kontrolle über persönliche Daten (39 %) und den Gewohnheiten bei den Privatsphäre-Einstellungen (49 %) unter allen Märkten in der Studie.
- In fast jedem Markt wird Besorgnis höher bewertet als Zuversicht. Die Menschen legen großen Wert auf ihre persönlichen Daten, wünschen sich schnelle Benachrichtigungen, wenn etwas offengelegt wird, und achten auf Online-Risiken. Dennoch schneiden das Vertrauen in Online-Zahlungen und die Kontrolle über persönliche Daten oft schlechter ab, was darauf hindeutet, dass viele Menschen sich immer noch klarere Richtlinien, bessere Transparenz und stärkere Tools zum eigenen Online-Schutz wünschen.
Welche Gruppen fühlen sich online am sichersten?
Die Umfrage zeigt, dass das Vertrauen in die Online-Privatsphäre nicht in allen Bevölkerungsgruppen gleich verteilt ist. Einige Befragte geben häufiger an, ein stärkeres Bewusstsein, bessere Gewohnheiten und ein größeres Gefühl der Kontrolle zu haben als andere:
- Eltern und Haushalte mit Kindern zeigen oft bessere Privatsphäregewohnheiten, ein stärkeres Vertrauen in Online-Zahlungen und ein besseres Gefühl der Kontrolle über ihre persönlichen Daten im Vergleich zu Haushalten ohne Kinder.
- Millennials und jüngere Berufstätige zeigen oft ein stärkeres Vertrauen in Online-Zahlungen, ein höheres Privatsphärebewusstsein und ein größeres Gefühl der Kontrolle, obwohl jüngere Befragte der Gen Z in einigen Märkten weniger gute Gewohnheiten bei den Privatsphäre-Einstellungen aufweisen.
- Personen mit Universitätsabschluss erzielen oft höhere Werte beim Privatsphärebewusstsein und geben an, besser zu verstehen, wie Unternehmen persönliche Daten sammeln und nutzen.
- Haushalte mit höherem Einkommen zeigen oft ein stärkeres Vertrauen in Online-Zahlungen und ein stärkeres Gefühl der Kontrolle über ihre persönlichen Daten.
- Geschäftsinhaber, Freiberufler und Selbstständige erzielen oft einige der besten Ergebnisse in Bezug auf Privatsphärebewusstsein, Kontrolle und Gewohnheiten bei den Privatsphäre-Einstellungen.
- Ältere Erwachsene, Rentner und Gruppen mit niedrigerem Einkommen finden sich häufiger am unteren Ende in Bezug auf Privatsphäresicherheit, obwohl viele von ihnen eine starke Nachfrage nach Benachrichtigungen bei Datenlecks äußern.
Welches Fazit kann man aus diesen Ergebnissen ziehen?
Die NordVPN-Umfrage zur Daten-Privatsphäre zeigt, dass das Bewusstsein für Online-Privatsphäre in Deutschland, Österreich und der Schweiz zwar hoch ist, sich aber nicht immer im Handeln widerspiegelt, insbesondere bei der Generation Z in Deutschland. Österreichische und Schweizer Nutzer fühlen sich in Bezug auf das Wissen über Datensammlung und die Benachrichtigung bei Sicherheitsverletzungen tendenziell sicherer als deutsche Nutzer.
Die Schweiz hat das höchste Vertrauen beim Online-Einkauf und die stärkste Bereitschaft zur sofortigen Benachrichtigung bei Datenkompromittierung. Deutsche und Österreicher hingegen überprüfen oder passen ihre Datenschutzeinstellungen etwas häufiger an als die Schweiz. Generell wünschen sich die Befragten in allen drei Ländern ein hohes Maß an Kontrolle und sofortige Information bei Datenlecks.
„Um die eigene Privatsphäre zu schützen, muss man heutzutage Dutzende kleiner Entscheidungen über verschiedene Dienste hinweg treffen. Wenn Einstellungen und Berechtigungen unklar oder die Datenerfassung schwer zu verstehen sind, kann selbst bei versierten Nutzern das Gefühl entstehen, dass man nur bedingt die Kontrolle darüber hat, wie mit den eigenen Daten umgegangen wird“, sagt Marijus Briedis, CTO bei NordVPN.
Der Schutz persönlicher Daten beginnt oft mit einfachen Gewohnheiten, wie der Überprüfung der Privatsphäre-Einstellungen, der Verwendung starker Passwörter, dem Surfen mit einer privateren Verbindung über ein VPN und der Nutzung von Tools wie NordVPNs Bedrohungsschutz Pro™, die helfen, Online-Bedrohungen früher zu erkennen.
Methodik
NordVPN hat zwischen dem 10. Februar und dem 8. April 2026 Internetnutzer in 23 Märkten in Nordamerika, Europa, Lateinamerika und Asien befragt. Die Studie umfasste Länder wie die Vereinigten Staaten, Kanada, Australien, das Vereinigte Königreich, Deutschland, Japan, Brasilien und Mexiko sowie weitere Märkte in Europa und Asien.
Die Untersuchung beleuchtete fünf Bereiche der Online-Privatsphäre: wie gut die Leute persönliche Daten verstehen, wie sicher sie sich online fühlen, wie viel Kontrolle sie empfinden, wie sehr sie sich Datenleck-Warnungen wünschen und wie oft sie ihre Datenschutzeinstellungen überprüfen.
In den meisten Märkten nahmen 1.000 Befragte teil, in Spanien, Südkorea, der Schweiz, Hongkong und Taiwan waren es 800. Die meisten Befragten waren zwischen 18 und 74 Jahre alt, wobei die Altersspannen in ausgewählten Märkten angepasst wurden.
Die Befragten wurden anhand national repräsentativer Stichproben ausgewählt, basierend auf Alter, Geschlecht und Wohnort. Die Antworten wurden über Online-Research-Panels von Cint, Norstat und SYNO International gesammelt, je nach Markt.
Die vollständigen Materialien zu dieser Studie findest du hier.
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