Was ist ein Exploit?
Ein Exploit ist ein Stück Code, ein Datenblock oder ein Programm, das entwickelt wurde, um Fehler oder Schwachstellen in einem Computer oder System auszunutzen. Cyberkriminelle nutzen Exploits, um Nutzer oder Unternehmen anzugreifen und dann Malware einzuschleusen oder sich unbefugten Zugang zu ihren Computernetzwerken zu verschaffen.
Exploits sollen gegen die sogenannte CIA-Triade verstoßen, die für Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit steht. Die drei Punkte sind die Basis für deine Sicherheitsmaßnahmen – du solltest deine Daten geheim halten, dafür sorgen, dass sie nicht verändert werden, und sie nur Leuten mit echtem Zugriff zur Verfügung stellen.
Wie funktioniert ein Exploit?
Exploits nutzen Schwachstellen in der Software oder Hardware eines Systems aus. So funktionieren sie normalerweise:
01
Identifizierung einer Schwachstelle
Ein Hacker findet einen Fehler im System (wie einen Bug im Code, eine falsche Konfiguration oder schwache Sicherheitspraktiken).
02
Erstellen eines Exploits
Der Hacker erstellt einen Exploit, also einen Code oder Daten, der auf die Sicherheitslücke abzielt.
03
Zugriff erhalten
Sobald der Exploit ausgeführt wurde, erhält der Angreifer unbefugten Zugriff auf das System.
04
Ausweitung von Berechtigungen
Manche Exploits lassen ihre Entwickler Rechte ausweiten, sodass sie noch mehr Zugriff auf das System kriegen.
Exploit-Strategien
Man nutzt Exploit-Ketten, die mehrere Schwachstellen kombinieren, um in ein System einzudringen. Ein Angreifer kann zunächst einen Exploit nutzen, um sich Zugang zu einer anfälligen Anwendung zu verschaffen, und dann einen weiteren Exploit einsetzen, um seine Rechte zu eskalieren und tieferen Zugang zum Netzwerk zu erhalten.
Verwendung von Exploit-Kits, die mehrere Exploits enthalten und mit denen Cyberkriminelle ihre Angriffe automatisieren können. Diese Kits bieten eine Reihe von Exploits, die Schwachstellen eigenständig entdecken und gezielt angreifen, oft mit Ransomware. Exploit-Kits machen es unerfahrenen Hackern einfacher, verschiedene Systeme anzugreifen, ohne dass sie viel technisches Wissen brauchen.
Mit Exploit-as-a-Service kann man Exploits auf Online-Marktplätzen mieten. Diese Art, Exploits zu nutzen, ist noch einfacher als die Verwendung von Exploit-Kits. Die Angreifer erhalten ein gebrauchsfertiges Angriffspaket, komplett mit Tutorials und sogar Kundensupport. Das macht es Cyberkriminellen sehr einfach, zu agieren.
Die Heap-Spray-Methode wird benutzt, um Sicherheitsmechanismen zu umgehen, indem der Systemspeicher mit bösartigen Daten überflutet wird. Die Flut an Infos verändert, wie ein Programm läuft, stoppt seine Sicherheitsmechanismen und lässt die Angreifer ihre anderen Exploits nutzen, um schneller ins System zu kommen.
Was ist der Zusammenhang zwischen einer Schwachstelle und einem Exploit?
„Exploit“ und Schwachstelle sind keine synonymen Begriffe. Eine Schwachstelle ist eine Lücke in einem System, die Hacker entdecken können, und ein Exploit ist der Akt, diese Schwachstelle zu nutzen, um Malware einzuschleusen oder auf das System zuzugreifen. Eine Schwachstelle kann aber auch existieren, ohne dass sie ausgenutzt wird. Ein Taschendieb kann zum Beispiel sehen, dass deine Brieftasche aus deiner Hosentasche ragt (eine Schwachstelle), und er kann sich entscheiden, sie heimlich zu klauen (diese Schwachstelle ausnutzen).
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Arten von Exploits in der Cybersicherheit
Die Klassifizierung von Exploits hängt von ihren Eigenschaften ab. Im Allgemeinen werden sie in bekannte Exploits und unbekannte (Zero-Day) Exploits unterteilt. Man kann sie aber auch nach der spezifischen Schwachstelle gruppieren und benennen, auf die die Exploits abzielen.
Bekannte Exploits
Cyberkriminelle nutzen bekannte Schwachstellen aus, die schon entdeckt und öffentlich gemacht wurden. Diese Sicherheitslücken sind normalerweise in der CVE-Datenbank (Common Vulnerabilities and Exposures) aufgeführt, die der Standard für die Identifizierung von Schwachstellen in Software- und Hardwaresystemen ist. Sobald eine Schwachstelle als bekannter Exploit eingestuft wurde, werden Sicherheitspatches oder Workarounds zur Verfügung gestellt, um das Problem so schnell wie möglich zu beheben.
Unbekannt, Zero-Day-Exploits
Zero-Day-Exploits sind Schwachstellen, die weder dem Softwareentwickler noch der Sicherheitscommunity bekannt sind. Angreifer suchen aktiv nach diesen Schwachstellen, um sie auszunutzen, bevor ein Fix oder Patch verfügbar ist, was sie besonders gefährlich macht. Der Begriff „Zero-Day“ bezieht sich auf die Tatsache, dass die Entwickler „null Tage“ Zeit haben, um das Problem zu beheben, bevor es ausgenutzt wird.
Exploit-Kategorien
Exploits können auch nach der Art der Schwachstelle kategorisiert werden, auf die sie abzielen:
- 1.
Hardware-Exploits zielen auf Schwachstellen in Geräten wie Computern, Routern oder USB-Geräten ab. Angreifer nutzen diese Schwachstellen, um Sicherheitssoftware zu umgehen, sich unbefugten Zugriff zu verschaffen oder bösartigen Code direkt auf Hardwareebene auszuführen. Ein Hacker könnte zum Beispiel einen USB-Stick benutzen, um Spyware zu installieren, wenn er an einen Computer angeschlossen wird.
- 2.
Software-Exploits nutzen Schwachstellen in Softwareanwendungen oder Betriebssystemen aus. Angreifer können Fehler oder Schwachstellen im Code ausnutzen, um sich unbefugten Zugriff zu verschaffen, Malware auszuführen oder die Kontrolle zu übernehmen. Ein Hacker könnte beispielsweise einen Pufferüberlauf-Angriff verwenden, bei dem überschüssige Daten dazu führen, dass ein Programm seinen Speicher überschreibt und dabei Informationen preisgibt.Genauso nutzt ein SQL Injection Angriff bösartigen Code, um eine Datenbank zu manipulieren und an sensible Daten zu kommen.
- 3.
Netzwerk-Exploits nutzen Schwachstellen in der Netzwerkinfrastruktur oder ihren Kommunikationsprotokollen aus. Angreifer versuchen, den Netzwerkverkehr abzufangen und zu kontrollieren, indem sie ihn manipulieren, um sich unbefugten Zugang zu verschaffen oder Angriffe auf die verbundenen Systeme zu starten. Session-Hijacking-Angriffe ermöglichen es beispielsweise Angreifern, die Kontrolle über die Internet-Sitzung einer Person zu übernehmen und sich als diese auszugeben.
- 4.
Personenbezogene Exploits zielen auf menschliches Verhalten ab. Angreifer manipulieren Menschen, um Zugang zu Informationen oder Systemen zu erhalten – sie nutzen Vertrauen, Unwissenheit oder Nachlässigkeit aus, um Menschen dazu zu bringen, sensible Daten preiszugeben. Phishing-Angriffe, bei denen Hacker sich als vertrauenswürdige Personen ausgeben, sind das häufigste Beispiel für Angriffe auf Mitarbeiter.
- 5.
Physische Standortangriffe zielen auf Sicherheitslücken in Gebäuden ab, damit Angreifer sich unbefugten Zugang zu gesperrten Bereichen oder sensiblen Geräten verschaffen können. Tailgating (oder Piggybacking) ist eine gängige Methode, um in einen gesperrten Bereich zu kommen – der Angreifer folgt einfach einer Person mit Zugangsberechtigung ins Gebäude und schlüpft durch die Tür, bevor sie sich schließen und verriegeln kann.
Wie werden Exploits durchgeführt?
Wie Exploits genutzt werden, hängt von der Art der Schwachstelle und der verwendeten Angriffsmethode ab:
Remote-Exploits
Remote-Exploits passieren, wenn jemand über das Internet aus der Ferne Zugriff auf ein System bekommt. Diese Exploits nutzen Schwachstellen in Software- oder Netzwerkkonfigurationen, sodass Cyberkriminelle schädlichen Code in ein Zielsystem einfügen können, ohne physischen Zugriff zu benötigen.
Lokale Exploits
Lokale Exploits erfordern, dass der Angreifer ein gewisses Maß an Zugriff auf das Zielsystem hat, entweder durch Anmeldung oder durch physischen Zugriff. Diese Angriffe nutzen Schwachstellen in der lokalen Umgebung aus: Fehler in Betriebssystemen, Anwendungen oder Konfigurationseinstellungen.
Client-Exploits
Client-Exploits zielen auf Software oder Anwendungen ab, die auf dem Gerät des Benutzers laufen, wie Webbrowser, E-Mail-Clients oder Messaging-Apps. Die Nutzung dieser Exploits beinhaltet meistens einen Phishing-Angriff, der die Nutzer dazu verleitet, Malware herunterzuladen oder unwissentlich ihre Anmeldedaten preiszugeben.
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Was sind die Risiken von Exploits?
Exploits können sowohl einzelnen Benutzern als auch Unternehmen erheblichen Schaden zufügen:
Unbefugter Zugriff
Exploits können Angreifern unberechtigten Zugriff auf Systeme, Netzwerke oder sensible Daten ermöglichen. Das führt dann zu Datenlecks, Diebstahl von geistigem Eigentum oder der Offenlegung privater Infos.
Ausweitung von Privilegien
Sobald ein Angreifer den ersten Zugriff hat, kann er einen Exploit nutzen, um seine Rechte zu erweitern und sich so mehr Zugriff auf das System zu holen. Dadurch können sie die Kontrolle über das ganze System oder Netzwerk übernehmen, oft ohne dass es jemand merkt.
Malware-Einsatz
Exploits werden oft benutzt, um Viren, Ransomware, Spyware und andere Malware auf das Zielsystem zu schleusen. Nach der Installation stiehlt die Malware Daten, sperrt Dateien oder schafft Backdoors für weitere Angriffe.
Datendiebstahl und -verlust
Angriffe, die Schwachstellen in Apps oder Hardware ausnutzen, können dazu führen, dass persönliche oder finanzielle Daten geklaut werden. Angreifer nutzen diese Infos für Identitätsdiebstahl, Betrug, Erpressung oder weitere Angriffe.
Reputationsschaden
Ein erfolgreicher Angriff kann den Ruf eines Unternehmens irreparabel schädigen, das Vertrauen der Kunden untergraben und zu finanziellen Verlusten durch rechtliche Verpflichtungen, Geldstrafen oder Einnahmeausfälle führen. Aber auch einzelne Nutzer haben mit Reputationsschäden zu kämpfen, die mental belastend sind und von denen man sich nur schwer erholt.
Allgemeine Störung
Exploits können zu erheblichen Störungen des Geschäftsbetriebs führen, indem sie kritische Systeme kompromittieren, Dienste herunterfahren oder die Infrastruktur beschädigen. Aber auch der Umgang mit gestohlenen Daten, gekaperten Konten und Geräten oder Identitätsdiebstahl ist für einzelne Nutzer sehr belastend und beeinträchtigt ihr Leben erheblich.
Wie kann man Exploits verhindern?
Auch wenn Exploits eine echte Gefahr für einzelne Nutzer und Unternehmen sind, kann man sie ziemlich leicht vermeiden.
Benutze zuverlässige Sicherheitssoftware.
Stell sicher, dass du Sicherheitssoftware benutzt, die regelmäßig aktualisiert wird. Ein VPN kann dir zum Beispiel dabei helfen, Man-in-the-Middle-Angriffe und DNS-Spoofing zu verhindern. Mit der Funktion Bedrohungsschutz Pro™ von NordVPN kannst du Phishing, Betrug und bösartige Downloads vermeiden.
Halte deine Software immer auf dem neuesten Stand
Exploits treten oft auf, wenn du die Aktualisierung deiner Software aufschiebst. Je länger du mit dem Download des neuesten Sicherheitspatches für deinen Browser oder dein Betriebssystem wartest, desto mehr Zeit haben Hacker, um deine Sicherheitslücken auszunutzen.
Verwende sichere Passwörter
Hacker können versuchen, mit Malware, die Passwörter knackt, auf dein System zuzugreifen. Wenn du jedoch komplexe Passwörter verwendest, die zufällige Zeichen und Zahlenfolgen kombinieren, kannst du es für Angreifer nahezu unmöglich machen, sich mit Brute-Forcing in dein Konto zu hacken.
So erkennst du Social-Engineering-Angriffe
Öffnen Sie keine Links, Anhänge oder Nachrichten von Absendern, denen du nicht vollständig vertraust. Lade keine Apps von nicht geprüften Quellen runter und informier dich immer über eine App, bevor du sie installierst, auch wenn sie aus einem seriösen Online-Shop kommt.
Verwende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
Deine Daten sind sicher, selbst wenn jemand sie in die Hände bekommt – ohne den privaten Schlüssel kann er sie nicht entschlüsseln. Überprüfe immer, ob die Apps, die du zum Teilen oder Austauschen sensibler Daten verwendest, eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unterstützen.
Häufig gestellte Fragen
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