Wichtigste Erkenntnisse:
- Geoblocking schränkt deinen Zugang zu Online-Inhalten oder Diensten basierend auf deinem Standort ein.
- Es wird eingesetzt, um Urheberrechte zu schützen, Lizenzvereinbarungen einzuhalten, Betrug vorzubeugen und lokale Gesetze umzusetzen.
- Die EU-Geoblocking-Verordnung verbietet ungerechtfertigtes Geoblocking beim Online-Einkauf innerhalb der EU, um gleiche Bedingungen für alle zu schaffen.
Was ist Geoblocking?
Geoblocking ist eine technische Beschränkung des Zugangs auf bestimmte Online-Inhalte oder Services auf Grundlage des geografischen Standorts eines Nutzers. Das Geoblocking wird von Unternehmen und Diensten eingesetzt, um lokale Gesetze einzuhalten oder um den Zugriff zu Inhalten aufgrund von Lizenzen zu beschränken. In der EU gilt seit 2018 eine Verordnung, die ungerechtfertigtes Geoblocking beim Online-Einkauf innerhalb der Europäischen Union verbietet.
Beispiele für Geoblocking
Du kannst Geo-Blocking in verschiedenen Situationen erleben, zum Beispiel wenn:
- Du Streaming-Plattformen nutzt. Der Inhalt auf Streaming-Plattformen ist normalerweise an Lizenzvereinbarungen gebunden, die bestimmen, welche Standorte legal auf Inhalte zugreifen können. Streaming-Dienstanbieter und -Vertreiber oder Inhaltsersteller sind für diese Vereinbarungen verantwortlich.
- Du Online-Banking-Dienste nutzt. Eines der Sicherheitstools, die Banken zur Bekämpfung von Online-Betrug verwenden, ist die Überprüfung der IP-Adressen ihrer Kunden. Es hilft zu beurteilen, ob du versuchst, auf deine Konten von deinem üblichen Standort aus zuzugreifen oder ob es sich tatsächlich um Hacker handelt, die versuchen, deine sensiblen Daten zu stehlen.
- Du Länder unter restriktiven Regierungen besuchst. Länder unter autoritären Regimen erlassen oft Gesetze, die bestimmte Themen und Webseiten verbieten. Manchmal können autoritäre Länder Content-Anbieter auch um geänderte Versionen beliebter Webseiten mit an ihre Gesetze angepassten Informationen bitten. Das bedeutet, Bürger oder Besucher solcher Länder können nicht auf Originalinhalte aus dem Ausland, meist demokratischen Ländern, zugreifen.
- Du online einkaufst: Online-Shops setzen Geoblocking ein, um zu entscheiden, in welche Länder sie liefern oder um unterschiedliche Preise und Produkte je nach Region anzuzeigen.
Warum ist Geoblocking wichtig?
Geoblocking wird aus unterschiedlichen Gründen eingesetzt, um folgende wichtigen Dinge durchzusetzen:
- Schutz von Urheberrechten: Geoblocking hilft Rechteinhabern von Plattformen für Videos und Musik dabei, die Einhaltung regionaler Lizenzen sicherzustellen und verhindert unautorisierten Zugriff auf Inhalte in Ländern ohne gültige Lizenzvereinbarung.
- Betrugsprävention: Online-Services von Finanzistituten und Unternehmen nutzen Geoblocking, um ungewöhnliche oder unerwartete Zugriffe (z.B. aus fremden Ländern) zu erkennen und so Finanzbetrug vorzubeugen.
- Einhaltung gesetzlicher Vorgaben: Manche Regionen mit autoritären Regimen setzen Gesetze ein, die bestimmte Themen, Seiten oder soziale Medien und Apps verbieten. Geoblocking kann dabei helfen, diese Dinge einzuschränken.
Wie funktioniert Geoblocking?
Geoblocking funktioniert, indem das System, das die Online-Ressourcen verwaltet, den Standort prüft, von dem aus du eine Verbindung herstellen möchtest. Einer der einfachsten Wege, dies zu tun, ist die Überprüfung deiner Internetprotokolladresse (IP).
Internetanbieter vergeben eine Identifikationsnummer – eine IP-Adresse – an jeden Nutzer, der von ihnen mit Internet versorgt wird. Die IP-Adresse enthält zwar keine Angaben zu deinem genauen Standort, aber sie ist an einen Internetanbieter gebunden und zeigt dessen Postleitzahl, Stadt und Land an. Wenn du auf eine Webseite zugreifen willst, muss diese deine IP-Adresse überprüfen – nur so kann die Webseite wissen, wohin sie den angeforderten Inhalt senden soll.
Webseiten, die Geoblocking verwenden, nutzen in der Regel eine eingeschränkte IP-Datenbank, um zu prüfen, ob deine IP-Adresse für eine Verbindung in Frage kommt. Wenn festgestellt wird, dass sie von einem Ort stammt, den die Webseite nicht bedienen will, sendet sie dir die angeforderten Daten einfach nicht.
Webseiten können auch deinen Standort überprüfen und den Zugang einschränken, indem sie prüfen, welches Land dein Domain Name System (DNS) verwaltet, und indem sie den Standort deiner Zahlungsdaten oder GPS-Daten überprüfen. Auch die Sprache, in der dein Gerät mit dem Netzwerk interagiert, oder die Währung, die du für Online-Transaktionen verwendest, kann deinen Aufenthaltsort offenlegen.
Geoblocking-Systeme können sogar die Latenzzeit deiner Verbindung untersuchen und prüfen, ob die Angaben deines Geräts darüber, woher deine Daten kommen, mit der üblichen Verbindungsgeschwindigkeit von diesem Ort aus übereinstimmen.
Ist Geoblocking illegal?
Geoblocking selbst ist in vielen Fällen erlaubt, zum Beispiel um Urheberrechtsgesetze oder Lizenzvereinbarungen einzuhalten. Plattformen und Anbieter dürfen dadurch bestimmte Inhalte auf einzelne Länder oder Regionen beschränken.
Wie das Umgehen von Geoblocking rechtlich bewertet wird, hängt vom Land, den Plattformregeln und den konkreten Inhalten ab. Auch wenn das Umgehen technischer Sperren oft gegen die Nutzungsbedingungen verstößt, ist es nicht automatisch strafbar – solange keine urheberrechtlich geschützten oder illegalen Inhalte betroffen sind.
Innerhalb der EU regelt die sogenannte Geoblocking-Verordnung, in welchen Fällen Geoblocking verboten ist – etwa dann, wenn dir als EU-Bürger der gleichberechtigte Zugang zu Waren oder Dienstleistungen verweigert werden würde. Das Ziel dabei ist, gleiche Bedingungen für alle zu schaffen. Genauere Informationen zur Geoblocking-Verordnung findest du im nächsten Abschnitt.
Was ist die Geoblocking-Verordnung?
Die Geoblocking-Verordnung der Europäischen Union trat 2018 in Kraft. Sie soll dazu dienen, eine ungerechtferitgte Diskriminierung aufgrund des geografischen Standorts des Nutzers zu verhindern. Die Verordnung verbietet, dass Online-Händler, Dienste und Plattformen Kunden aufgrund ihres Standorts in einem anderen Land der EU anders behandeln, zum Beispiel bei den Preisen oder Bedingungen zum Bezahlen. Die Online-Nutzer sollen einfacher auf Angebote anderer Länder innerhalb der EU zugreifen können, selbst wenn die Verordnung nicht verpflichtende grenzüberschreitende Lieferungen für die Händler vorschreibt.
Die Bundesnetzagentur ist in Deutschland für die Durchführung der Geoblocking-Richtlinien zuständig. Sollte ein Anbieter aus Deutschland gegen die ansprechenden Richtlinien verstoßen, kann die Agentur Bußgelder oder Anordnungen veranlassen. In Zusammenarbeit mit dem EU-Netzwerk CPC kann die BNetzA auch Maßnahmen gegenüber Anbietern aus Nicht-EU-Ländern veranlassen.
Für ein besseres Verständnis, wie die Geoblocking-Verordnung sich auswirkt, hier ein kurzer Überblick:
- Mindestens ein kostenloses Zahlungsmittel
- Elektronische Dienstleistungen ohne Urheberrechtsschutz müssen EU-weit gleich sein
- Anbieter können selbst entscheiden, in welche Länder sie liefern
- Kunden dürfen nicht ohne Zustimmung auf andere Seiten geleitet oder von deren Zugang ausgenommen werden
- Transparenz und Information der Kunden bei rechtlichen solchen Sperren ist verpflichtend
- Gleiche AGB für den Zugang zu Waren und Dienstleistungen
- Keine unterschiedlichen NettopreiseEs sind einheitliche Nettopreise sowie Liefer- und Zahlungsbedingungen für alle Kundinnen und Kunden vorgeschrieben.
- Es dürfen keine Zahlungsunterschiede nach Herkunft oder Wohnsitz gemacht werden
Online-Sicherheit beginnt mit einem Klick.
Bleib sicher – mit dem weltweit führenden VPN